Halloween 2015

00
auch bekannt als Chrissiween, da wir schon seit etlichen Jahren Halloween eine Woche nach hinten verschieben, um einen gruseligen Geburtstag zu feiern.
Dieses Jahr wurde eigentlich nur wegen mir gefeiert, weil ich mich immer wie ein kleines Kind auf Halloween freue – aber Chrissi wollte ja eigentlich gar nicht. In diesem Sinne danke ich dir von ganzem Herzen, dass du dich mal wieder von mir hast breitschlagen überzeugen lassen…
Allerdings hatten wir aber auch wieder sehr viel Spaß zusammen – sei es bei den abendlichen Bastelstunden, dem „schrecklichen“ Backen oder dem Kostümchen-Suchen für die Kleine. Halloween hat zwar seinen morbiden Charme, aber andererseits ist es auch wieder ein sehr, sehr geselliges Fest.
Leider hat sich die Konstellation in den letzten Jahren ein wenig verändert. Das ist Schade, aber gehört wohl zum Leben dazu – die stete Veränderung. Wenn Ihr dies lesen solltest – Ihr wisst wer ihr seid 🙂 Ich vermisse euch und es tut mir leid wie sich alles entwickelt hat (in diesem Fall mal NICHT alles meine Schuld).

Ja…der letzte Artikel ist ein Paar Tage her, ebenso wie unsere Halloweenfeier, aber ich bin im Moment etwas abgelenkt, weshalb die Partybeschreibung auch mit 2-3 Tagen Verspätung erscheint. Es stehen nun einmal große Dinge an, die mich derzeit sehr beschäftigen und die Familie ist dieserTage besonders wichtig, weshalb ich etwads weniger Zeit vor dem Computer verbringe. Das wird sich zwar demnächst ändern, aber im Moment ist es wie es ist.

Dieses Jahr viel unser Halloween auf Samstag den 7. November mit einem für unsere Verhältnisse sehr frühen Partybeginn um 14.30 – ich bevorzuge ja doch eigentlich die Dämmerung, so wie es sich für nachtaktive Untote geziemt. Zu unserer aller Freude hat uns für ein verlängertes Wochenende mein Lieblings-ExSchwager besucht, was am Vorbereitungsvormittag auch auf das schrecklichste von Nöten war ^^ sonst wären wir sicherlich NICHT rechtzeitig fertig geworden…
OK, wenn ich es genau nehme dann bin ICH auch tatsächlich nicht fertig geworden – was hab ich mir nicht alles für Leckereien vorgenommen. Meine Horrormakronen vom Vorabend haben ihrem namen alle Ehre gemacht – schön, dass der Backofen noch heil ist und meine Gruselmuffins habe ich aufgegeben nachdem ich auf den letzten Drücker erfahren habe, dass 90% der Gäste Kuchen und Muffins mitbringen -.- *badumm tss einspielen*
Moral von der Geschicht – Buffet nur mit Süßkram geht ja mal gar nicht! Also Chrissi ran ans Werk und noch schnell einen Nudelsalat gezaubert damit auch was herzhaftes auf den Gabentisch kommt, wofür meine Wenigkeit natürlich doch noch einmal in die große Stadt rasen durfte, um letzte Besorgungen zu erledigen und 2 Packungen Moppelkotze zu ergattern. Gäste ETA -2,5 Stunden. Gut das wir die Deko am Vortag aufgehängt haben, aber die Zeit für meine Kostümierung lief mir bitterlich davon…
Aber der…nennen wir es…SuperGAU oder eventuell doch lieber Eierfiasko, sollte sich noch ereignen.
Denn da gibt es jemanden der möchte gerne immer alles perfekt haben 🙂 und kommt dadurch gelegentlich mal etwas in…Stress….der sich manchmal auch dezent auf die Mitmenschen überträgt. Danke lieber Lieblings-ExSchwager, dank dir bin ich nicht mitexplodiert, sondern konnte da noch galgenhumorartig drüber witzeln. Aber zurück zu den Eiern, den SPINNENEIERN, den russischen Eiern. Den Eiern bei denen das Eigelb aus den gekochten Eiern gekratzt, gewürzt und gestreckt wird und dann per Spritzbeutel (ich liebe dieses Wort) reapliziert wird. Sollte…wenn alles funktioniert. Leider ist der Beutel geplatzt…ZWEI mal…was für einen dezenten Frustmoment und einen Urschrei sorgte ^^ Aber dank fleissiger Hilfe und Einsatz eines Löffels sollte sich auch dieses Problem lösen lassen…ETA 1 Stunde…schwitz…
ARGH….ich wollte aber auch irgendwas zum Buffet beisteuern und suchte fieberhaft nach einer Notlösung, um dann bei Pinterest doch noch rechtzeitig fündig zu werden – mein Gemüseskelett ^^ ich…Gemüse…ja, ne is klar….eine direkte Gruselsteigerung…ETA 30 Minuten
09

Sooo…endlich entlassen und ab ins Bad. Für mein geplantes Horrormakeup fehlte mir jetzt ganz klar die Zeit, da ich ja eigentlich was richtig deftiges mit meinem niegelnagelneuen Dermawax zaubern wollte (und das Zeug vorher noch nie benutzt hatte). In diesem Sinne bin ich schnell in mein Kostümchen geschlüpft und habe doch noch direkt angefangen mir Sorgen zu machen, ob ich nicht für die Kleinen Gäste vielleicht etwas zu freizügig bin…aber eine Alternative gabs nicht mehr – Augen zu und durch!
Nun stand ich also da in meinem Kleidchen und sah so gar nicht gruselig aus…aber das Wax wollte ich trotzdem mal testen. Ursprünglich wollte ich mir einen langen Riss den Nasenrücken hinauf zutackern, aber so musste eine Bisswunde am Arm reichen…und dazu ein ungesund blasses Gesicht (schließlich ist so ein Menschenbiss ja voller ekliger Keime ^^)

03
06

PUH…fast rechtzeitig…wenn das LAMA doch nicht immer so verdammt pünktlich wäre. So habe ich dann doch noch bestimmt zwanzig Minuten gebraucht, um fertig zu werden und mein Lieblings-ExSchwager wollte dann auch noch von mir geschminkt werden. Eine Hektik sage ich euch…besonders da der elende Wundschorf auch nicht trocknen wollte und ich immer die >Befürchtung hatte mich oder meine Umwelt unbedachter Weise einzusuddeln. Allerdings konnte ich das Problem mit gefühlt 10 Schichten Haarlack aus der Welt schaffen, was auch noch für eine schöne glibberig, glänzende Oberfläche der Wunde sorgte ^^

14

Aber aller Stress hat irgendwann ein Ende, das Buffet war aufgebaut, die Kostüme angelegt…ja die Feierlichkeiten konnten langsam starten. Unser Buffet-Beitrag war natürlich der Beste opulenteste mittig platzierte, um den herum sich dann die Mitbringsel drapieren sollten. Das waren von unserer Seite aus die bereits erwähnten Spinneneier, ein leckeres Gehirn mit kandierten Küchenschaben, Nudelsalat und abgehackte Finger…
Mitgebracht wurden unter anderem gegrillte Schildkröten, Augensuppe, Schimmliges Brot, Blutige Muffins und besonders erwähnenswerte Testikel (die mich aus gegebenem Anlass besonders erfreut haben 😀 )

11

12

10

Was soll ich sagen, es war wieder mal ein extrem gelungener Tag mit leckerem Essen, guten Freunden und gruseliger Stimmung. Das Lama hatte mal wieder die genialste Kostümidee (Rotkäppchen und der Tote Wolf) und das KuKluxKlan-Gespenstchen war sowieso mein persönliches Highlight 🙂

Und dann kommen wir mal wieder zu einem Punkt der mich besonders am folgenden Sonntag beschäftigt hat. Warnung, ab hier werde ich wieder etwas jammerig philosofisch:

Halloween hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. An Halloween konnte ich mich das erste Mal testweise als Frau verkleidet unter meine Freunde wagen und dort unter Gelächter und freundschaftlichen Spott sogar Bewunderung für mein doch so unerwart feminines Äusseres ergattern. Zu dem Zeitpunkt natürlich nur als „Witz“ getarnt, konnte ich mich das erste Mal fast frei entfalten.
Dieses Halloween hat ein ganz neues Gefühl in mir angeschlagen – eines, dass ich in dieser Form noch nie hatte, das mich aber erschreckender Weise an meine depressiven tage kurz vor meinem Coming Out erinnert hat. Nicht genau SO, aber irgendwie ähnlich.
Vor meinem Coming Out war es so, dass ich in Absprache mit meiner damaligen Frau hin und wieder Frauenabende haben durfte, an denen ich mich zurechtmachen konnte, um meinen vermeintlichen Fetisch auszuleben. Die tage darauf ging es mir emotional immer sehr schlecht, weil ich wieder in die gewohnte Männerrolle zurückswitchen musste.

Dieses Halloween fühlte sich wie gesagt ähnlich an – denn ich fühlte mich das erste Mal in meinem Leben SEXY. Ich mein das so, wie das hier steht…sexy. Im Spiegel habe ich tatsächlich die Frau gesehen, die ich immer sein wollte. Ein unglaubliches Gefühl.
An diesem Tag war das ganze keine Verkleidung mehr…ich WAR eine Frau im sexy Fummel – soll heissen, ich habe das erste Mal gefühlt, dass ich mich nicht mehr ALS Frau verkleide, sondern als Frau DIE sich verkleidet…
Doch leider hat dieses Gefühl nicht angehalten. Am Sonntag bin ich aufgestanden und habe doch nur wieder meine Vergangenheit gesehen. Die Optik mag schon manchmal gut bis sehr gut passen…aber so wie ich mich gefühlt habe…werde ich jemals TATSÄCHLICH diese Wirkung auf jemanden haben? In dem Moment ist wieder Mal die Einsamkeit über mich hinweggebrandet. Ich bin nicht allein – ich habe Freunde und Familie…aber NIEMANDEN der mich begehrt.
Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass die GaOp daran kurzfristig etwas ändern würde – DAS mache ich ganz allein für mich, damit ich MICH stimmig in meinem Körper fühle. Aber wie wirke ich auf andere?
Meine Stimme ist eine Katastrophe – kein Hetero-mann würde doch je etwas mit mir zu tun haben wollen…

Aber ich schweife ab…ich wollte von der Feier berichten, aber so ist das manchmal…die Gedanken driften doch manchmal ab…und ich schreibe dann über die Dinge die mir in dem Moment wichtig sind. Es ist meine Seite, ich muss mich an kein Skript halten.

Ich habe euch alle Lieb! Und irgendwann vielleicht auch jemand mich…

04

Ähnliche Beiträge

Informativ
Verständlich
Lustig
Share on Facebook4Share on Google+0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0Print this page

Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

Ein Kommentar

  1. kann vieles nachvollziehen…

Kommentar verfassen