Und so beginnt es… (GaOP 01)

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GaOP 01

Wir schreiben den 15.11.2015…
Das Wetter ist mies, aber ich strahle…ich strahle wie schon lange nicht mehr. Ein Traum rückt in greifbare Nähe. Ein Traum den ich zwar schon seit fast zwei Jahren täglich lebe, aber der jetzt „greifbar“ wird. Ein Traum der zwar nicht mein Wesen definiert aber MIR in meiner Selbstwahrnehmung unsagbar wichtig ist.
Morgen ist der Tag meiner Geschlechtsangleichenden Operation – der GaOP. Morgen werde ich nicht nur innerlich Frau sein, sondern auch optisch.
Natürlich definiert man(n) bzw. Frau sich nicht über das Teil zwischen den Beinen, aber für mich Selber ist es einfach nur ein konsequenter Schritt auf dem Weg meiner Selbstverwirklichung die mir von Geburtswegen von der Natur verwehrt wurde.
Ein Schritt mich GANZ zu fühlen.
Jeder Transfrau ist und bleibt es selbst überlassen in wie weit eine OP für sie notwendig ist – das tut ihrer Authentizität keinen Abbruch; sie wird selbstverständlich trotzdem von ihrer Umwelt als Frau wahrgenommen.
Diese OP ist schlicht für einen Selber.
Natürlich bin ich mir der Risiken bewusst. Ich weiß, dass der Eingriff irreversibel ist. Natürlich habe ich mich grundlegend mit der Thematik beschäftigt. Fragen die dieses in Zweifel ziehen tun mir weh, da sie doch an meinem grundlegendem Menschenverstand zweifeln lassen. Wer mich kennt, SOLLTE es besser wissen…
Ich verurteile NIEMANDEN für seinen Weg – das gleiche erbitte ich mir auch.
Wir leben alle unser Leben nach Möglichkeit so, dass wir glücklich sind…der Weg ist einfach für jeden Unterschiedlich. Nur das Ziel ist wichtig – Glück und Freude in unserer kurzen Zeit auf Erden.

Ich habe heute um 15 Uhr im UKE eingecheckt…die Schwestern sind tatsächlich so nett wie alle sagen. Zwar ist das Ganze heute schon weder ein hin und her, wie ich es in einem Krankenhaus eigentlich auch nicht anders erwartet habe…aber es ist ok. Es ist für einen guten Zweck ^^
Ich soll ja eigentlich auf die Urologische im Hauptgebäude, aber da dort heute keine Betten frei sind, wurde ich in die „alte“ Station verbannt und durfte erst einmal mit Sack und Pack in die C4A umziehen…aber ok, den Umzug morgen werde ich nicht mitkriegen. Da werde ich wohl den ganzen Tag verschlafen…

Ansonsten…wie geht es mir? Die letzten Tage war ich total neben der Spur. Aufgeregt wie ein kleines Kind, dass auf die Bescherung an Heiligabend wartet. Mir ist alles runter gefallen und ich war ungeschickt; ich konnte nicht mehr richtig schlafen…
Und heute bin ich die Ruhe selber. Klar habe ich ein Kribbeln im Bauch, aber ich habe keine Angst. Es fühlt sich einfach alles gut und richtig an. Ich meine ich habe sogar die Muße gerade diese Zeilen zu schreiben…da wäre die letzten Tage nicht dran zu denken gewesen.

Ich habe also meinen Check in hinter mir und mein erstes Glas Sperma köstliches Abführmittel marschiert wie ein Heer durch meinen Darm, aber das muss wohl so ^^ Ich denke mit diesen Worten soll es für heute auch genug sein. Ich weiß leider noch nicht wann es morgen los geht und ich werde wohl auch nicht in der Verfassung sein morgen viel zu schreiben, aber eins kann ich euch sagen:

Ich habe euch lieb und das Leben ist schön!

Weiter zu Teil 2 – Die OP und der Tag danach

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

2 Kommentare

  1. Ich wünsche Dir alles Gute für die OP und die bestimmt nicht ganz leichte erste Zeit danach, bis Du dann schmerzfrei und endlich „komplett“ leben kannst.

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