Adieu 2015 – Willkommen 2016 ( Meine Sylvesteransprache)

2015

Hallo alle miteinander.
Das aktuelle Jahr nähert sich mit großen Schritten seinem Ende, was ich für einen gerechtfertigten Anlass halte meine persönliche Rede zur Lage der Nation zu halten.
OK – zur Lage meiner persönlichen Situation, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein, oder?

Wie ich schon in meinem Weihnachtspost geschrieben habe war 2015 für mich ein sehr schwieriges und gleichzeitig auch sehr erfolgreiches Jahr.
Zunächst einmal hatte ich fast alles verloren was mir Halt und Sicherheit gegeben – Ich musste meine Firma auflösen, Streit mit dem ehemaligen Vermieter schlichten, Meine Kätzchen abgeben, mich mit meiner Blutsfamilie überwerfen, durch eine Scheidung gehen und wegen Depressionen auf Haus, Hof und Arbeit verzichten…
Ja, man könnte sagen das Jahr 2015 hatte ein Paar kleine Fallstricke für mich parat – und gelegentlich hätte der Strick ein bequemer Ausweg sein können (jaja, so bequem wohl auch wieder nicht. Das war METAPHORISCH gemeint).
Aber wie das so ist – jammern kann Jeder. Sich in seinem Unglück suhlen ist einfach. DAS weiß ich mit Bestimmtheit, denn das habe ich ein Jahr lang betrieben. Mit Wonne in Selbstmitleid gebadet. Wobei – ich darf nicht den Fehler begehen und glauben was mir so viele Menschen erzählen wollen. Das ich faul wäre, denn das ist fern ab der Wahrheit. Ich war immer ein Macher, nur im Moment bzw. das Jahr über KONNTE ich nicht, aber das ist das Wesen einer schwerwiegenden Depression.
Denn der Faule will nicht – der Depressive KANN einfach nicht, aber DAS ist ein Unterschied den viele einfach nicht begreifen und dann wird man doch einfach nur in eine Schublade mit den Schmarotzern gesteckt.

Aber HEY!

Was sind meine Baustellen im Vergleich zum Rest der Welt? Ich mag in meiner eigenen kleinen Realität leben, doch kann auch ich nicht meine Augen vor dem verschließen was um mich rum vor sich geht. Und 2015 war nun wirklich ein Jahr der Extreme!
Ich werde jetzt nicht anfangen kleine Einzelereignisse aufzuzählen und ach so betroffen zu sein – denn DAS wäre all den Millionen anderen Unglücklichen überall auf der Welt gegenüber unfair, die NIE einer erwähnt. Aber ich denke an Sie und versuche mit meinem eigenen Handeln die Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen (und dafür muss man nicht sonst was tun oder ach wie viele Euros ins Ausland spenden). Man mag über die Flüchtlingswelle denken was man will, Verschwörungen sehen wo man will und politisch stehen wo man will – aber das SIND auch MENSCHEN. Behandelt sie so! Wer jetzt das Argument bringt, die würden sich auch nicht benehmen – Applaus – wir sind auf Kindergartenniveau: Mamaaaaa! Der hat aaaaber angefangennnnn…..
Mimimi….
Wenn sich die Welt verändern soll, muss man über so etwas stehen. Natürlich weiß ich, dass diese Ansicht glorifiziert und in der Realität schwer umzusetzen ist, eben weil der Mensch nur ein Mensch ist, aber die Hoffnung auf Besserung in der Welt stirbt bekanntlich zuletzt…
Ich versuche einfach durch mein Handeln meinen Beitrag zu leisten, ob das honoriert wird oder nicht, mir geht es in dem Wissen etwas zu tun jedenfalls besser.
Wir sind eine Konsumgesellschaft, von der ich mich nicht ausnehme, aber nicht alles muss im Müll landen – ich HABE für die Flüchtlinge gespendet. Und habe ein gutes Gewissen dabei…
Jetzt höre ich schon wieder leise die Stimmen aufkommen, die von unseren eigenen Obdachlosen reden wollen – nun, da muss ich jetzt mal leise fragen wer sich schon mal mit unserem Sozialsystem beschäftigt hat? Ich glaube niemand wird wirklich GEZWUNGEN auf der Straße zu leben, oder? Sicher sind da sehr viele gescheiterte Existenzen bei, aber soweit ich weiß hat jeder Erwerbsfähige in Deutschland das Recht auf Sozialhilfe (wie immer wir das jetzt auch benennen wollen). Klar ist das nicht viel – das weiß ich selber nur zu gut.
Andererseits muss ich auch zugeben, dass ich nicht in den Obdachlosenkreisen verkehre und nicht weiß wie es zu der jeweiligen Situation gekommen ist…

Aber HEY!

Das Jahr war nicht nur schlecht.
Trotz Scheidung verstehe ich mich mit meiner EX wieder ein ganzes Ende besser, trotz finanzieller Widrigkeiten habe ich es geschafft mir einen neuen PC zu ersparen (ich Konsumschwein), ich bin etwas tiefer in die Fotografie vorgedrungen (leider weniger als geplant) und ich habe das Blog-Schreiben für mich entdeckt.
Letzteres muss ich ja sagen, ist mehr aus der Not heraus als aus der Tugend geschehen, ist aber dieser Tage doch zu einem wichtigen emotionalen Ventil für mich geworden. Ich kann quasi all meine Hobbies unter einem Dach vereinen und alles in einem virtuellen Tagebuch aufarbeiten und sogar noch dem/der einen oder anderen damit eine Hilfestellung geben.
Ich habe sehr viel positives Feedback für mein anfangs nur für mich gedachtes Geschreibsel bekommen und darüber freue ich mich wahnsinnig. Natürlich würde ich mich noch über etwas mehr Feedback direkt auf meiner Seite freuen, aber da werde ich jetzt wohl gerade gierig 😉

Ja…und dann war da noch die Transsexualität…

Ich komme immer mehr mit mir ins Reine. Der Spiegel spottet immer weniger, aber es ist dennoch schwer. Mir fehlt das Feedback von außen. Fast mein gesamter Freundeskreis kennt mich noch von früher – aus Männerzeiten. Ich meine, ich bin froh und glücklich, dass mich meine Freunde nicht verlassen haben und felsenfest zu mir stehen, aber irgendwo denke ich immer, dass sie noch den alten XXXXX sehen.
Mir fehlt das Feedback von außen. Wie wirke ich auf andere? Der verlotterte Zustand im Krankenhausbett kann bitte nicht als Standard gewertet werden 🙂
Ich freue mich einfach darauf im Neuen Jahr, in neuer Umgebung von Vorne anfangen zu können – als Mila. Und mir (m)einen Platz in der Gesellschaft als gleichwertige gleichberechtigte Frau zu verdienen.
Ihr seht, nur weil man unterm Messer lag ist der Weg noch lange nicht zuende…

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wundervollen und guten Rutsch ins Neue Jahr – in Gedanken bin ich bei euch allen!

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

6 Kommentare

  1. Victoria Hofbauer

    Hallo Mila, ich danke dir für diesen Blog und wünsche dir alles erdenklich gute für 2016! LG Vicci

  2. Hallo Mila,
    Dein Blog ist große Klasse, hab ich auch an anderer Stelle schon geschrieben.
    Ich wünsch´ Dir, daß Du alles erreichst, was Du erträumst, bist ja auf einem guten Weg dazu.
    Liebe Grüße
    Annabelle

    • Vielen lieben Dank,
      Es freut mich immer wenn ich merke, dass ich auch jemanden erreiche 🙂 Ich hoffe ich kann dich auch in Zukunft noch begeistern.
      Bis Bald,
      Mila

  3. Ein frohes neues Jahr Mila,
    viel Gesundheit, Glück und Erfolg in allen Belangen für das neue Jahr 🙂
    Auf dass das kommende Jahr besser wird 🙂

    LG Anna

  4. Vielen Dank für dein virtuelles Tagebuch und alles Gute in 2016.
    Ich lese immer wieder gerne darin.
    Ich muss zugeben, ich habe jetzt (noch) nicht alles gelesen, aber was fotogerfiertst du denn?
    GLG
    Yasmine

    • Hallo und danke für deinen Eintrag – dir auch einen Guten Rutsch.

      Ich fotografiere so ziemlich alles was mir vor die Kamera kommt, aber aufenthaltsbedingt derzeit meist Naturaufnahmen.
      Eigentlich wollte ich mich 2015 voller Elan in die Portraitfotografie stürzen, aber dazu ist es aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen.
      Vielleicht bieten sich 2016 mehr chancen auch mal Menschen zu knipsen 🙂

      LG,
      Mila

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