Meine GaOP (17 Tage Post OP)

Meine GaOP (17 Tage Post OP)

Hallo ihr Lieben,
ich melde mich nach einer etwas längeren Pause, die zum Teil auch technischen Problemen geschuldet war, zurück.
Einerseits ist eine ganze Menge passiert, andererseits auch nicht – und das will ich jetzt einfach mal positiv sehen.

Ursprünglich wollte ich euch ja von meinem zweitem Verbandwechsel berichten, aber dazu sollte es nicht mehr kommen, da mein Laptop leider im Krankenhaus das zeitliche gesegnet hat – meinem Wunsch einer Defibrilation wurde seitens des diensthabenden Pflegers leider nicht entsprochen ^^ und da längere Texte per Handy doch leicht strapaziös sind, habe ich mich für eine kurze Auszeit vom Blog schreiben entschieden.
Diese wurde leider etwas länger als ursprünglich beabsichtigt, da sich anfangs auch zuhause das Sitzen auf einem Bürostuhl als nahezu unmöglich herausgestellt hatte.

Wie geht es mir also jetzt fast 3 Wochen nach der OP?

Dank wirklich liebevoller Pflege kann ich mich wirklich absolut sorglos erholen, aber jetzt mal Schritt für Schritt.

Über das OP-Ergebnis kann ich derzeit natürlich noch kein abschliessendes Fazit abgeben; das möchte ich vor erfolgter Korrektur-OP eigentlich auch gar nicht tun. WAS ich bis dato sagen kann IST, dass ich bisher sehr zufrieden bin. Meine Wundheilung ist großartig – laut Fr. Dr. sogar phänomenal – und es geht mir jeden Tag besser.

Am Montag den 23.11 (7er Tag Post OP) stand ja der 2te Verbandwechsel und hoffentlich auch Letzte an. Das Wochenende schien ja geradezu endlos zu sein, da zu allem Überfluss mein Blasenkatheter Samstag Abend undicht geworden war (tatsächlich ein Riss im Schlauch, den man nur notdürftig mit Klebeband umtüdelt hatte) und mir die Brühe ständig ins Bett lief. Aber da das Ding mit etwas Glück sowieso am Montag raus sollte, hieß es durchhalten…
Und so war es dann auch – ich wurde am Montag während des Mittagessens abgeholt und in die Ambulanz gebracht. Natürlich hat Klein Mila wieder sonst was gedacht, aber alles ganz harmlos – bis auf eine kleine Anekdote, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte (ich muss jetzt noch lachen ^^)

Wie das in der Ambulanz so üblich ist und ich ja jetzt schon kannte, durfte ich auf dem großen gelben Gynstuhl platz nehmen. Diesmal hielt der „Druckverband“ keine zwei Schritt mehr bevor er mir einfach zwischen die Beine platschte, aber soweit, so gut…viel Blut war nicht mehr zu sehen.
Nachdem ich also den Stuhl bestiegen hatte begann Frau Riechardt auch sofort ihre Inspektion der Baustelle, reinigte das Gebiet etwas mit eiskaltem Wasser und machte sich sodann daran den neuen Platzhalter zu entfernen…
entschuldigung…Schmerzen!…ich darf noch nicht Lachen…aua….muss kurz zu schreiben aufhören 😀
…ja…einen festen Handgriff und etwas Zug später machte es wieder „Plopp!“…und Frau Doktor hatte einen leicht irritierten Gesichtsausdruck ^^ und eine leicht verschmierte Brille. Die Arzthelferin lief rot an, nur um nicht sofort in Gelächter auszubrechen, aber Frau Doktor blieb extrem cool und sagte nur „Bitte entschuldigen Sie mich – ich glaube ich habe da was im Gesicht“ und verschwand kurz hinter dem Paravan um sich notdürftig zu waschen. Und der Raum selber hatte eine neue….Sprenkelung erhalten und würde erst einmal eine gründliche Reinigung vor der nächsten Patientenuntersuchung benötigen ^^
Aber es ging routiniert weiter, als wäre nix gewesen und zu meiner von herzen kommenden Freude, wurde dann auch der Katheter gezogen. Das war zwar nicht unbedingt schön….aber befreiend 😀
Pinkeln ist seitdem auch kein Problem, obwohl es zuweilen besser sein könnte. Zum einen muss ich jetzt ständig auf Toilette – ich glaub ich renn alle 2 Stunden!
Was Anfangs ganz schön umständlich war und zuweilen noch ist, wenn man sich wie ein bipedaler Pfosten fühlt ^^
Aber wie gesagt, pinkeln funktioniert ganz gut, da es nicht im eigentlichen Sinne weh tut – ich habe nur manchmal das Gefühl, dass die Blase mehr presst als der Durchmesser der Harnröhre hergibt (was besonders nachts noch ganz schon unangenehm ist, bis sich die Sache entspannt und aus einem Dröppeln ein Strahl wird).

Blutungen habe ich fast keine mehr, nur die Harnröhre blutet gelegentlich nochmal etwas nach, aber ich komme inzwischen mit ganz normalen Damenbinden gut über den Tag/Nacht.

Schmerzmässig ist das so eine Sache – ich habe mir bei Entlassung erstmal die Familienpackung an Novalmin- und Tramaltropfen gegönnt um auf der sicheren Seite zu sein, komme soweit aber fast vom ersten Tag an sehr gut klar.
Die Novalmin nehme ich derzeit noch mehr oder weniger regelmäßig ein, aber die Abstände werden immer größer. Das Tramal hab ich bisher kaum gebraucht, nur als ich zwei mal außer Haus war und ein Paar Schritte mehr humpeln musste. Meinen Allgemeinzustand würde ich als durchaus positiv betrachten, da ich jeden Tag ein Paar Schritte mehr gehen kann und ein latenter Grundschmerz, zumindest im Liegen, kaum noch vorhanden ist. Am meisten Probleme habe ich, wenn ich länger als 5 Minuten stehen muss – dann fühlt es sich unten rum an, als wäre ich ein Wasserballon der sich langsam mit heissem Öl füllt…aber wie gesagt, das wird jeden Tag etwas besser.

Tja…dann kommen wir mal zum vielleicht „pikantesten“ Punkt – der Neovagina selbst. Da ich nach der klassischen PI-Methode operiert wurde, ist der neu angelegte Vaginalkanal keine offene Wunde im eigentlichen Sinne und deshalb auch sehr schnell verheilt.
Denn schon am 9ten Tag sollte das erste Mal bougiert werden und ich war sehr, sehr aufgeregt und hatte mal wieder die schmerzhaftesten Vorahnungen, die sich natürlich nicht bestätigen sollten.
Ihr ahnt nicht was das für ein abartig geiles Gefühl war, sich das erste Mal selber etwas da unten einzuführen 😀 ich rede dabei nicht von sexueller Stimulation, sondern von der Tatsache als solches endlich da unten eine Öffnung zu haben, die vorher nicht da war!
Und was für eine – ich weiß, das die mögliche Tiefe der Neovagina von etlichen Faktoren abhängt und sich auch im späteren Heilungsverlauf noch einiges ändern kann, aber ich bin derzeit hochzufrieden.
Um die vorhandene Weite und Tiefe zu erhalten muss ich täglich bougieren, dass heisst ich muss mir die Zeit nehmen und mich mit medizinischen Dehnungsstäben (DILDOS 😀 ) bearbeiten – das wären in meinem Fall diese kleinen Schätzchen *.
Anfangen sollte ich laut Frau Dr. mit dem 3er, der auch von Anfang an bis zum Anschlag passte (ca 15-16 cm) und auch der 4er macht inzwischen wenig Probleme.

Also wie ihr seht, geht es mir soweit doch recht gut. Ein Kontrollbesuch im UKE steht in ca 4 Wochen an und die kosmetische Folge-OP in 3-6 Monaten.

Wenn Ihr irgendwelche Fragen habt, dann lasst es mich wissen 🙂

XOXO

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

3 Kommentare

  1. Denise Körting

    Ich hatte im UKE beim letzten Verbandswechsel mit Katheterziehen auch alles vollgep…. . LOL
    Das sind die wohl gewohnt. hihi.
    Weiter gute Besserung und deine Erfahrungen im UKE decken sich so ziemlich mit meinen.

  2. Victoria Hofbauer

    Also dies ist ja wohl ein bißchen mehr als nur ein Geschreibsel!
    Das sind ja schon richtig kleine Romane! Ich finde sie gut geschrieben.
    So, muß jetzt meine Logopädie-Übungen machen. schreiben und üben geht nicht zusammen:
    LG
    Vicci

  3. Victoria Hofbauer

    Hallo Mila, es freut mich das es dir so gut geht . Auch die kleinen Anekdoten sind zum schmunzeln . Da brauche ich vor meiner GaOp, die hoffentlich Anfang 2017 ansteht, keine Angst haben.
    LG Vicci

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