20 Dinge die ich vor meinem Tod machen möchte (Bucketlist)

Hallo ihr Lieben,
Ich bin dabei mein Leben neu zu ordnen und wieder in normale Bahnen zu lenken. Für über ein Jahr habe ich mich meinem Kummer ergeben und den Kopf in den Sand gesteckt. Dabei hat das Leben so viel zu bieten. Allerdings muss ich mich auch jetzt teilweise noch dazu zwingen, das auch zu bemerken.
Jetzt, da ich endlich so langsam „ankomme“, richtet sich mein Blick wieder auf die Zukunft.
Vielleicht ist aber auch das noch nicht der richtige Weg. Eventuell sollte ich mich dennoch mehr auf das Jetzt konzentrieren, da ich viel zu sehr in der Vergangenheit hänge.
Dabei möchte ich wieder Leben. Atmen. Frei sein.
Jetzt, da ich langsam ankomme.

Was will ich also mit meinem Leben anfangen? Die OPs habe ich hinter mir. Mein Blick ist nicht mehr nur auf das Eine gerichtet. Trans soll nicht mehr DER bestimmende Faktor in meinem Leben sein. Sicherlich hatte die Transition ihre schönen Seiten und vorüber ist sie auch noch nicht, wird sie auch nie sein, da ich nicht als Mädchen geboren wurde. 30 Jahre männliche Sozialisierung wischt man nicht eben weg.
Aber darum soll es mir hier nicht gehen. Was möchte ich mit meinem Leben anfangen, was erreichen? Ich will nicht mehr so eingeschränkt in meinem Denken sein.
Ich bin jetzt 34 Jahre alt und sollte mit beiden Beinen mitten im leben stehen – tue ich aber nicht.
DAS will ich ändern.
Denn ich habe Träume – große und kleine.
Und das Leben ist kurz.
Wenn ich Glück habe, habe ich jetzt gerade mal die Hälfte meiner Zeit rum.
Ich habe viel erlebt in diesen 34 Jahren. Vielleicht mehr, als so manch Anderer. Gute und Schlechte Zeiten.
An dieser Stelle will ich mein Leben gar nicht bewerten – es war mein LEBEN. So einfach. Ich bin schnell dabei zu jammern, was alles schief gelaufen ist, doch die schönen Seiten sehe ich viel zu selten. Ich habe tolle Menschen kennen lernen dürfen. Menschen die ein fester Bestandteil meines Lebens geworden sind. Ich liebe euch. Ohne euch wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Und ich bilde mir ein, ein guter Mensch zu sein. Stur, eigennützig…ein Faulfraß…ja…aber ich habe das Herz am rechten Fleck.
Wie gesagt, der Blick richtet sich auch in die Zukunft. Es gibt so Vieles was ich noch erleben möchte. Ich will meine Zeit sinnvoll nutzen. Ich habe vieles erlebt. Mein Leben hatte Highlights und Tiefschläge. Ein im großen und ganzen doch sehr lebenswertes Leben. Doch was habe ich noch vor?
Wenn ich zurückblicke war ich immer am glücklichsten wenn ich in Action war. Doch gleichzeitig hat mir dieser Hang auch das Leben versaut. Ich war immer ein „Macher“ und ergehe mich seit einem Jahr in Lethargie und Selbstmitleid.
Auch das gehört zu meinem Leben.
Das Leben muss nicht aus einem Extrem an Extrem an Extrem bestehen.
Aber das was ich gerade praktiziere ist auch kein Leben.
Ich existiere derzeit nur digital.
Ich habe ständig Ausflüchte und Ausreden daran etwas zu ändern. Wenn, wenn, wenn…Wenn ich wieder Geld habe…Wenn ich erst Arbeit habe…Wenn ich mal raus gehe…
Alles Ausflüchte…
Ich habe Angst vor dem Leben.
So weit war ich schon…das weiß ich.
Dennoch will ich meinen Fußabdruck in der Welt hinterlassen. Ich möchte was erleben. Jetzt endlich in meinem wirklichen Geschlecht. Ich habe eigentlich keinen Grund mehr für Ausreden. Ich habe alles was ich immer wollte.
Nein…nicht alles.
Kinder. Eigene Kinder. Auch das Thema habe ich schon durchgekaut…es ist gegessen. Aber es kommt mir immer wieder hoch. Wie Galle.
Wenn ich an die Kinder denke, die ich nie haben werde, wird mir meine eigene Sterblichkeit bewusst. Ich habe mit der selbst durchgeführten Hormoneinnahme ein Spiel mit dem Feuer betrieben. Ich habe bereitwillig Operationen durchführen lassen…immer in dem Wissen, dass es auch schief gehen kann. Es war mir egal…damals.
Jetzt nicht mehr.
Ich will Leben.
Doch Kinder kann ich keine mehr haben.
Mein Stammbaum stirbt mit mir.
Es wird keine weiteren Albrechts mehr geben.
Meine Sterblichkeit wird mir immer bewusster.
Ich kann nichts daran ändern.
Nur die Angst bleibt.

Was mir bleibt ist das Beste aus der mir verbleibenden Zeit zu machen. Ich weiß nicht wie lange ich auf dieser kleinen blauen Kugel verweilen werde und ich weiß auch nicht, ob es etwas danach gibt, aber ich möchte das Beste daraus machen. Mein Klammern an dieses Leben erscheint mir pathetisch, in Anbetracht des Kosmos. Das Universum wird sich nicht an mich erinnern. Mein Leben, oder überhaupt der Mensch als Spezies, ist noch nicht einmal eine Fußnote im kosmischen Zeitstrahl wert…
Was fange ich mit meiner zeit an? Was ist realistisch und was nur Wunschdenken?

20 Dinge die ich vor meinem Tod machen möchte:

  1. Aussöhnung mit meinen Eltern
  2. Einen Job finden der mir wirklich Spaß macht
  3. Ein Paar Lautsprecher mit meinen eigenen Händen bauen
  4. für mindestens ein halbes Jahr nach Süd-Afrika reisen
  5. einen Film drehen
  6. Angstfrei das Haus verlassen können
  7. einen Parabelflug mitmachen
  8. ein mal Paintball spielen
  9. Gerätetauchen lernen
  10. ein Buch schreiben und veröffentlichen
  11. eine schöne Stimme trainieren
  12. eine eigene Halloweenfeier ausrichten
  13. die große Liebe finden
  14. Sex mit einem Mann
  15. Bunte Haare färben
  16. mir ein Tattoo stechen lassen
  17. Eine Schlösserreise durch Spanien/Catalanien
  18. durch neuartige Wunder der Medizn vielleicht doch noch eine Familie gründen
  19. Web-programmieren lernen
  20. Etwas von Bedeutung machen….

Ja…manches davon ist trivial, manches sicher nie durchführbar…aber es sind Träume. meine Träume und mir wichtig. Niemand hat das Recht über meine Träume ein Urteil zu fällen. In diesem Moment erscheinen mir diese Punkte als gerechtfertigte Ziele in meinem Leben.
Sollte sich davon etwas realisieren, werde ich den Punkt abhaken.

Wie immer sind Kommentare dennoch gern gesehen. Vielleicht lasst ihr mich ja auch an euren persönlichen Träumen teilhaben.

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

3 Kommentare

  1. Zimbelkrautzwerg

    Bei deiner Halloweenfeier machen wir mit!
    Von meinen Wünschen sind einige im letzten Jahr in Erfüllung gegangen: Ich habe Fledermäuse in freier „Wildbahn“ beobachten können, das Turiner Grabtuch gesehen und Sternschnuppen! Manche Dinge bekommt man einfach, wenn man die Augen öffnet.
    Ein unbewusster Wunsch war es seit Jahren von mir, einen TS-Menschen mit allen seinen Facetten kennen zu lernen. Da kannte ich dich schon, ohne um deine Nöte zu wissen. Dann hast du dich offenbart. Für mich ein kleines Wunder. Ich habe durch deinen Weg viel gelernt und erfahren. Ungeahnte Dinge und Dinge, über die ein Bio-Weibchen nie nachdenkt. Und die leidvollen Seiten deines Weges haben mir erneut die Augen dafür geöffnet, dass jeder Mensch zu jeder Zeit seines Lebens nach seinen besten Möglichkeiten handelt.
    Ich bin sehr dankbar dafür, dich begleitet haben zu dürfen und hoffe, noch lange zu deinem Leben gehören zu dürfen

  2. Du hast schon viel erreicht ! Du stehst zu Dir selbst! Gehst offen mit Deinem ICH um. Ich würde sagen, Du befindest Dich bereits mitten im Leben! 🙂
    Wenn man seinen Weg geht, muss man leider einiges hinter sich lassen, auch wenn es weh tut! Hast Du Deinen inneren Frieden gefunden? oder vllt wird gerade alles besser ? Dann gehst Du den richtigen Weg. Es gehört viel Mut zu Deiner Veränderung und dies auch hier in der digitalen Welt transparent zu machen! Ich finde es wirklich toll! Sei wer Du sein magst. Deine Mitmenschen lieben Dich ! Egal wer Du bist! Deine Seele – dein Herz – ist immer doch gleich! Das ändert nichts an Deiner *Verwandlung* ! 🙂

    Ich wünsche Dir alles Gute und mögen Deine 20 Punkte Dich in Deinem Leben begleiten!

    sei lieb umarmt

    Lächelnde Grüße
    Melle von Seelentief

    • Hallo erst einmal,
      Ich danke dir für deinen lieben Kommentar..ich hatte ein verlängertes Wochenende und komme jetzt erst dazu dir zu Antworten.
      Ja, du hast FAST recht ^^ ich buddele mich gerade gerade wieder mitten ins Leben – ich arbeite dran. Das ist ein stetiger Prozess der gerade etwas ins Stocken geraten ist, aber ich versuche mein Bestes. Und dadurch, DAS ich so offen schreibe versuche ich anderen zu einem gewissen Teil auch Mut zu machen – nicht alles soll Selbstbeweihräucherung sein.
      Ich freue mich wenn du bald wieder vorbeischaust!
      Deine Seite ist übrigens auch sehr ergreifend 🙂

      LG,
      Mila

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