Intimpflege

fish

Hallo ihr Lieben,
die letzten Tage waren bombig, die Sonne hat sich doch tatsächlich noch einmal blicken lassen. Die Temperaturen sind auf ein doch recht sommerliches Niveau angestiegen und das Jahr ist nicht ganz schweißfrei vorüber gezogen – immerhin…
Eine willkommene Abwechslung zu meinem derzeitigen Stress – die Umschulungsodyssee oder der anstehende Umzug.
Schwitzen und Relaxen…die letzten Tage in meinem Garten Eden.
Aber das soll nicht Thema sein…obwohl…doch…Schweiß gehört schon zum Thema. Irgendwie jedenfalls ^^

Es war die letzten Tage recht warm, um nicht zu sagen – heiss – und gerade diese Tage haben mir wieder eine der großen postoperativen Fragen ins Gedächtnis gerufen:

Wie ist das eigentlich mit der Intimpflege?

Ich sag mal so rum…als Mann war noch alles in Ordnung wenn ich den Schlüpper einfach einmal die Woche gewendet und hin und wieder die Axe-Dose aufs Gemächt gerichtet habe…
JETZT allerdings? Da sieht die Welt gänzlich anders aus. Das noch relativ frische OP-Gebiet möchte etwas anspruchsvoller behandelt werden – quasi wie eine Lady. Und in diesem Fall meine ich auch Lady (und nicht eine Lady die eigentlich wie ein Miststück behandelt werden will)…
Meine Vagina ist mir heilig. Ein noch sehr neues Gefühl. Den Körper endlich zu wertschätzen. Sich nicht mehr fremd zu fühlen.

Doch wie huldige ich jetzt meiner neu und lieb gewonnenen Weiblichkeit? Denn in meinem Fall waren die diesbezüglichen Information die ich vor oder auch nach der Operation bekommen habe doch eher als spärlich zu bezeichnen.
Ehrlicher weise würde ich sogar sagen, dass ich mich mit der Nachsorge ziemlich allein gelassen gefühlt habe und ohne die moralische und informative Unterstützung meiner Mädels ziemlich dumm da gestanden hätte.
Da besteht deutlicher Nachbesserungsbedarf.

Nachsorge direkt nach OP:

Das direkt nach der OP nicht viel geht war eigentlich klar. Baden, heisses Wasser, Sport (HAHAHA…rofl) und saunieren sollte auf ein Minimum gedrosselt werden. Soweit verständlich…ja selbstverständlich, aber weiter?
Salben? Cremes? Oder überhaupt nur Seife?
Jede noch so kleine Information musste ich irgendwem aus der Nase puhlen…oder per try&error selber testen.

Da die Neovagina keine natürliche Sekretion hat, spült sich das gute Stück ja leider auch nicht selber sauber wie eine natürliche Vagina – und die ersten Tage post-op sind gelinde gesagt – siffig. Das kann man nicht schön reden. Bei der einen mehr, bei der anderen weniger, aber irgend etwas schmaddert immer.
Also was tun, sprach Zeus und nahm die Dusche zur Hilfe um den Wundbereich anfangs zumindest regelmäßig mit lauwarmen Wasser abzuspülen. (Die erste Dusche nach der großen OP ist besser als jeder Sex oder ein Rib-Eye medium vom BlockHouse – sie ist die reinste Offenbarung!)
Fakt ist auch, dass die Nähte bzw Klammern noch eine gewisse Zeit nachnässen und der gesamte Bereich nach totem Bieber riecht…in verschiedenen Stadien der Verwesung.
Der Sache kann man ein wenig nachhelfen, indem man sich mit Sitzbädern auseinandersetzt. Es nervt, es frisst Zeit und es hilft. Aber mir haben Sitzbäder immens geholfen.

Freilich klappt das erst, wenn man schon wieder ein Mindestmaß an Beweglichkeit zurückerlangt hat, da man sich sonst in der Wanne windet wie eine Schildkröte auf dem Rücken – als empfehlenswert hat sich für mich eine tiefe Duschwanne erwiesen.
Als Badezusatz bietet sich für die Salat-Esser Kamille an (die beutel kann man sich sogar ausgedrückt zwischen die Labien legen) oder für die eher pharmazeutisch Begeisterten eiweisfällende Präparate – in meinem Fall Tannosynth flüssig*.
Beides wirkt entzündungshemmend, soll die Wundheilung positiv beeinflussen und einem ungewollten Bakterienwachstum entgegenwirken…

Da in der Regel auch irgendwann das Bougieren anfängt, sollte man dabei auch auf ein qualitatives Gleitgel zurückgreifen und dieses dabei mit einer Estriolcream, wie z.B. Ovestin (verschreibungspflichtig).

Was tun wenn der Mist trotzdem nicht so recht heilen will?

Zu Weilen treten leider auch mal kleine Probleme in der Wundheilung auf. Die müssen nicht immer am Chirurgen liegen, denn eins muss ehrlich gesagt werden – die GaOP ist eine schwerwiegende OP, während der eine ganze Menge gemacht wird!
Es wäre vermessen zu glauben, dass jeder Körper das alles so einfach wegstecken könnte…manche nur eben besser als andere.

Von handwerklichen Fehlern abgesehen, kann es eben auch immer zu Wundheilungsstörungen kommen. Das können zum Beispiel mechanisch gereizte Nähte sein, die sich entzünden und dann zur hypergranulation – der Bildung von Wildem Fleisch – neigen.
Solche Stellen heilen zwar meist von alleine aus, können sich aber auch so hartnäckig festsetzen, dass der Arzt doch noch einmal tätig werden muss…
Weiterhin kann es immer wieder zu kleineren Hautläsionen kommen, die sich auch dann und wann ebenfalls entzünden können.
Sollten Sitzbäder allein nicht den gewünschte Erfolg bringen, so hat mir Jod-Salbe gute Dienste geleistet – wobei es kein Betaisodona sein muss, da es genau so gute Generika gibt. Zu

Das riecht aber seltsam da unten…?

Äh…jaaaaa….ich weiß, das ist ein unschönes Thema. über das man nur ungern redet, ABER es kommt vor…
Ich denke hier kommen wir unter anderem zu dem oben erwähnten Schweiß. Ich mein ja nur…das ist ein umgestülpter Hautschlauch da unten…und trotz aller Handwerkskunst die unsere Chirurgen da an den Tag legen, haben wir kein natürliches „Milieu“ da unten.
Klar, so ganz stimmt das natürlich nicht…IRGENDEIN Milieu bildet sich schon da unten. Nur nicht unbedingt sooo wie wir uns das wünschen. Da gibt es Pilze, Bakterien und weiß der Teufel was noch alles für fieses Zeug, dass wir nicht da haben wollen. Im besten Fall müffelt es etwas…

In erster Instanz heißt es hier – na erraten? – waschen. Genau – waschen – nicht zu viel, aber auch nicht nur jedes Schaltjahr. Selbst die rituelle Weihnachtswaschung, so schön sie auch sein mag, darf gerne noch etwas ausgeweitet werden…
Doch womit? Was lasse ich an meine Zaubergrotte?
Wo früher einfach drauf los geseift wurde, bin ich jetzt doch zurückhaltender geworden. Zum einen bin ich vom Hautgefühl her doch noch recht sensibel und habe zweitens mit einer kleinen Stelle zu kämpfen die mich seit Monaten dezent nervt.

An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei Ardo Medical bedanken, die mir freundlicherweise ein Testpaket der Produktsparte „Multi-Gyn“ mit folgenden Artikeln haben zukommen lassen:

multi gyn

  • IntiSkin*: eine Art Intim-Deo,welches echt gut gegen Geruch, Schwitzen und wund sein hilft
  • FemiWash*: Seifen- und Parfümfreier Reinigungsschaum mit Milchsäure
  • IntiFresh*: Gerade die Feuchttücher haben es mir ja extrem angetan, da ich immer irgendwie etwas gereizt unten rum bin; gerade auch jetzt im Sommer wo ich doch vermehrt schwitze. Die Tücher sind zu einem ständigen Begleiter in meiner Handtasche geworden, da eine Wasser&Seife Reinigung unterwegs eben auch nicht immer praktikabel ist. Die Tücher sind wirklich sehr, sehr hautfreundlich, riechen auch nicht irgendwie seifig und sind wirklich auch sehr feucht – mit denen kann man sich wirklich sauber machen….achja…und wegspülen darf man die sogar auch noch.

Alle drei Testprodukte kann ich bedenkenlos weiterempfehlen; ein Jammer, dass ich die anderen Produkte aus der Multi-Gyn Linie nicht unter die Lupe nehmen konnte. Gerade das leidige Thema „Flora“ kommt ja immer wieder zur Sprache.
Da unsereins keine natürliche Flora hat, gibt es viele Gedanken und Ansätze zum Thema, um der Sache etwas auf die Sprünge zu helfen. Gerne hätte ich in der Sache das LiquiGel oder die Brausetabletten samt Vaginaldusche getestet.

Beide Produkte sollen bioaktiv sein und die Vaginalflora positiv beeinflussen. Klar kann man sich jetzt die Frage stellen, ob das unbedingt Chemie sein muss, die man sich unten reinschmiert – aber die diversen Foren und Gruppenvorschläge finde ich dann doch etwas seltsam.

Besonders oft Erwähnung findet die Variante in der man sich Naturjoghurt in die Spalte reiben soll, um eine Milchsäurekultur in der Vagina anzulegen…will mir ohne den natürlichen Schleim als doch eher schmierig…pardon…schwierig erscheinen. Ich sehe mich schon mit Konditorentülle und dem guten Griechen vom Aldi in der Badewanne hocken…

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Intimpflege? Diese Frage richtet sich jetzt einfach mal an alle. Ich freue mich auf eure Kommentare, Fragen und vielleicht auch Beiträge 🙂

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

7 Kommentare

  1. Bin begeistert von Deinem Schreibstil…ließt sich gut und bringt mich zum schmunzeln :-)…doch nun zum Thema… Multi-Gyn hab ich noch nicht probiert, aber ich hab grad erst eine Probe von meiner Frauenärztin bekommen…stecke mitten in den Wechseljahren…seufz… und habe ab und an mit Trockenheit im Intimbereich zu kämpfen…bin mal gespannt ob es mir hilft …aber die Tücher werde ich mal ausprobieren, nach Deinem Bericht bin ich da sehr neugierig drauf…vielen Dank dafür 🙂
    lieben Gruß
    NimrodelAT

    • Vielen Dank – Lob liest man immer gerne. Ich schreibe wie mir der Mund gewachsen ist bzw die Finger 🙂
      Ja, die Multigynprodukte – habe ich zwar als Testset gesponsort bekommen, haben mich aber doch sehr überzeugt. Die Tücher habe ich seitdem tatsächlich immer in der Handtasche dabei. mag sein, dass es günstigere Alternativprodukte gibt, aber ich habe jetzt halt etwas gefunden womit ich gut klar komme.

      LG,
      Mila

  2. Liebe Mila,

    dein Post ist ja schon 4 Wochen alt und als Cis-Frau weiß ich natürlich nicht, in wie weit meine Pflegemittelchen überhaupt für eine Neo-Vagina geeignet sind. Aber wenn ich mal mehr als nur Wasser an meine Kleine lasse, (z.b. nach der mittlerweile jährlich wiederkehrende Pilzinfektion *seuf*) dann Vaginaltabletten aus der Apotheke oder Milchsäuretampons (wobei ich nicht weiß, ob letztere ohne Blutung eine gute Idee sind, die trocknen ja auch aus).
    Ansonsten gibt es wohl auch pflegende Cremes gegen Scheidentrockenheit – keine Ahnung, ob die für dich geeignet wären, aber der Gedanke kam mir halt grade.

    • Hallo 🙂
      Erst einmal vielen lieben Dank für deinen Kommi – ich freue mich über jede Art von Rückmeldung. Davon habe ich leider ein bissel wenig ^^
      Ich denke mal jeder Rat bezüglich einer CIS Vagina kann nur hilfreich sein…auch wenn ich keine nennenswerte Naturbefeuchtung habe, so möchte ich dennoch ein doch irgendwie natürliches Milieau haben (auch unsereins kann ja Pilze und Entzündungen kriegen). Insofern denke ich, dass jeder Rat gut ist.
      Gerade die Vaginaltabletten könnten sinnvoll sein – Milchsäuretampons waren mir bis eben tatsächlich fremd. Die trocknen aus?
      Wie gesagt – vielen Dank!
      Bis hoffentlich bald

  3. Bianca Dickmann

    Moin Mila,
    jetzt hab ich dir so einen schönen Vers geschrieben gehabt und dann ist er weg. Na ja,wie auch immer,für die Sache mit dem Joghurt gibt es beim Apotheker deines geringsten Mißtrauens so schöne Einwegspritzen mit ca 50ml Fassungsvermögen und dazu passenden Schläuchen für Vaginlspülungen. Damit kannst du den Joghurt in die Neovagina spritzen. Am besten auf dem Klo vor dem Schlafen gehen.
    LG Bianca

    • Naja…misstrauisch bin ich generell erst mal immer 😀
      Machst du das? Regelmässig? Ab und an?
      Bin da echt neugierig und tatsächlich bereit vieles auszutesten…

      • Bianca Dickmann

        Moin Mila, mittlerweile nur noch sporadisch. Das Milieu scheint sich wohl stabilisiert zu haben.
        LG Bianca

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