How to be an Arschloch

How to be an Arschloch…

ist gar nicht mal so schwer, wie man zuerst denken mag. Die perfekte Anleitung dafür bieten die letzten Tage meines Lebens – so seit etwa Donnerstag. Da haben meine selbstzerstörerischen Zwänge mal wieder volle Power gegeben und alles und jeden an den Abgrund gezerrt…und ich konnte nur neben mir stehen und dem schamlosen  Treiben meines Arschloch-Ichs hilflos zusehen.

Was ist nur zur Zeit wieder los mit mir? Der mir am nächsten stehende Mensch hat die letzte Woche im Krankenhaus verbracht und mit dem Leben gerungen – und ich habe nichts besseres zu tun, als das besagte Arschloch zu mimen. Ich habe zwar genau mitbekommen wie ich  mich verhalten habe und TROTZDEM habe ich weiter gemacht. Ich war gallig, mißmutig und generell ungenießbar.

Am Donnerstag wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen; Bettruhe und mindestens 10 Tage absolutes Stress- und Hebeverbot. Ich hätte sie einfach abholen und umsorgen sollen, doch ich habe mich nur daneben benommen. Ich bin die totale Egoschiene gefahren und habe erst recht STRESS provoziert! Und ich wusste es in dem Moment, konnte aber nichts dagegen tun. Ich fühle mich so schäbig…ich habe diesem mir doch so lieben Menschen nur weh getan.

Ich bin wütend…so voller ungezügelter Wut und ich weiß nicht wohin damit. Ich fühle mich machtlos. Man macht sich immer vor, irgend etwas im Leben unter Kontrolle zu haben – einen Scheiß hat man unter Kontrolle! Peng…schwupp, fällt dir ein Klavier auf den Kopf und alles ist zu Ende…

Ich bin egoistisch, weil ich Angst habe allein zu sein und habe das knallhart nach außen projeziert. Anstatt mich zu freuen, dass ich Hilfe hier habe und nicht mit der kleinen Maus allein bin, habe ich jede noch so kleine (oftmals imaginäre) Kleinigkeit zum Anlass genommen, um ganz fes zu explodieren. Ich war gemein und unter der Gürtellinie. Wer meint, nur die testogesteuerten Affen wären so arschig – falsch gedacht! Ich war die eifersüchtige Oberzicke!

Und alles nur, weil ich nicht mit meinen Gefühlen umgehen kann – weil ich Angst hatte plötzlich mit der kleinen Maus allein da zu stehen. Dem Kind welches nicht meines ist, das ich aber mehr liebe, als mich selber. Ich bin nicht bereit, nicht reif genug…und doch würde sie mir ihren kleinen Engel anvertrauen…und zwar NUR mir. Mir, die ich mich so super arschig benommen habe…

Mein Herz schlägt noch, dennoch ist mir im Moment die Farbe aus dem Leben gewichen…ich fühle mich, als hätten die Notärzte MICH mitgenommen… Klar könnte ich das jetzt darauf schieben, dass ich meine Medizin nicht genommen habe – tatsächlich habe ich durch meinen Umzug und Arztwechsel eine 6 tägige Trockenphase gehabt, in der ich kein Estrifam mehr da hatte, aber das kann und SOLL mein Verhalten gar nicht rechtfertigen.

Trotz meines Aussetzers werde ich immer da sein…(wenn man mich noch will)…

Das musste ich jetzt einfach sagen…ich weiß nicht wohin sonst gerade mit meinen Gefühlen. Hier muss ich stark sein – eine starke Frau die den Haushalt schmeisst, die die Kleine versorgt, die die Kranke (nicht krank!) behandeln soll… Ich mach das gerne, ich WILL das machen…aber ich gehe kaputt dabei, weil ich immer noch selber beschädigt bin…

In diesem Sinne hat mir der Samstag sehr, sehr gut getan…ich habe mir eine Auszeit erlaubt und war auf einem Geburtstag. Raus. Leben. Nicht den Tod vor Augen, sondern das Leben…obwohl ich mir auch hier scheiß Vorwürfe gemacht habe (was hätte nicht alles in meiner Abwesenheit passieren können!)…aber es war gut so. Es war nötig… Es hat uns allen gut getan, dass ich mal einen Abend unter lieben Menschen waren, die mich auf andere Gedanken gebracht haben…

Ich liebe euch alle!

 

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite,
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