MOIN – Rückblick Woche 2

MOIN – Rückblick Woche 2

Hallo meine lieben Flauschies,

Kaum hat MOIN angefangen, ist auch schon wieder Halbzeit. Die zweite Woche verging wie im Fluge und das nicht nur, weil die Woche durch den Pfingstmontag angenehm kurz wahr. Viel mehr, war die zweite Woche sehr ereignisreich. Die zweite Woche hat vom Anspruchslevel her angezogen – der Dienstag nach dem langen Wochenende fing doch tatsächlich schon direkt um 8 Uhr an! Um 8! Um ACHT! Geradezu ekelhaftig, wenn ich so meinen Lebensstil der letzten Jahre betrachte. Aber nicht genug, dass es jetzt noch früher aus den Federn zu hüpfen gilt, jetzt werkeln wir auch noch Vollzeit bis 16 Uhr durch…theoretisch….an manchen Tagen…zumindest….

Also am Dienstag schon. Der ging wirklich von 8 bis 16 Uhr…und das fühlte sich großartig an, so zwiespältig meine Gefühle gegenüber MOIN auch waren/sind. Durch den Zwerg zu Hause HABE ich zwar so etwas wie Struktur in meiner heimeligen Behausung, doch ist es einfach etwas anderes, wenn man sich morgens fertig machen und pünktlich irgendwo sein muss. Das fühlt sich…äh…erschreckend normal an!

Erst wenn du etwas wieder hast, merkst du wie sehr es dir eigentlich fehlt. Und ich merke gerade wieder, dass Struktur und der Zwang außer Haus zu sein, auch das Heimkommen wieder zu etwas Besonderen machen und das zu Hause sein ungemein aufwerten. Was für ein Satzkonstrukt…aber ihr versteht was ich meine ^^

Davon ab, war ich am Dienstag aber ziemlich mies drauf. Die letzte Woche hatte mich mehr mitgenommen, als ich eigentlich zuzugeben bereit bin und die Aussicht auf den für Mittwoch terminierten „Intelligenz-Struktur-Test“ – Kurz I-S-T- 2000 r – hat nicht gerade zu meiner Motivation beigetragen.

Die Sache mit der Umschulung

Sinn und Zweck der ganzen Übung ist für mich nach wie vor das Abstrampeln, um doch noch meine Umschulung, in welcher Form auch immer, zu ergattern. Doch so einfach, wie man sich das vorstellt, ist das Ganze natürlich nicht – als ob ich DAS nicht schon zur Genüge gemerkt hätte. Die größte Hürde bei MOIN stellt wohl die PSU – von mir im Vorfeld liebevoll Idiotentest genannt – dar, auch wenn die dort erzielten Ergebnisse wohl kein endgültiges KO Kriterium sind. Sonst währen die kommenden Wochen bei MOIN auch irgendwie witzlos, dennoch stellt das Ergebnis des Tests schon eine gewisse Hürde da. Und ganz ehrlich? Ich stelle mir meine berufliche Zukunft nicht beim Kugelschreiber zusammenstecken in einer Werkstatt für besondere Menschen vor…

Deshalb lag mir der besagte Intelligenztest auch wie ein Stein im Magen. Schon von Anfang an. Ich persönlich halte nicht viel von solchen Tests, die versuchen einen Menschen innerhalb weniger Stunden zu kategorisieren und in eine Schublade zu stecken. Da macht es für mich keinen Unterschied, ob der Test von „Experten“ über viele Jahre hinweg „entwickelt“ wurde und quasi Branchenstandard ist. So ein Test kann immer nur eine Momentaufnahme der geistigen Leistungsfähigkeit eines Menschen sein. Da spielen zu viele Unwägbarkeiten rein – hat der Probant Angst, schlecht geschlafen, ablenkende Sorgen oder gar Schmerzen…oder einfach nur einen ordinären schlechten Tag! Aber EIN Test soll Zeugnis über die Leistungsfähigkeit eines Menschen ablegen…

Natürlich spricht da der emotionale Teil aus mir. Ich HABE mir Sorgen gemacht, aber dennoch verstehe ich auch die Notwendigkeit zumindest einen statistischen Wert über die Leistungsfähigkeit einer Person in einem abgesteckten Zeitfenster zu erhalten. Irgendwie muss man ja zumindest eine Tendenz herausfinden, ob eine Person überhaupt für eine Umschulung geeignet ist. Das man dabei nie wirklich auf den Menschen als Person eingehen kann, liegt dabei in der Natur der Sache. Dafür gibt es dann ja immerhin ein persönliches Gespräch – und das war wirklich angenehm, auch wenn ich mich wie das Lamm auf dem Weg zur Schlachtbank gefühlt hatte. Typisch ich.

Der Test

Der Test dient dazu, zu ermitteln, ob jemand überhaupt für eine Umschulung geeignet ist. Viele der Teilnehmer sind krankheitsbedingt lange Zeit zu Hause gewesen und gerade die älteren haben eine Schule zuletzt vor etlichen Jahren von Innen gesehen. Hier gilt es auszusieben. Klingt böse, ist aber im Prinzip so. Dabei geht es nicht um den Stempel „Schlau“ oder „Dumm“, sondern viel mehr darum, ob eine Person mit dem Stresslevel und der geistigen/schulischen Herausforderung einer auf zwei Jahre verkürzten Berufsausbildung zurechtkommen würde.

Tatsächlich ist es so, dass ich im Test besser abgeschnitten habe, als ich selber gedacht hatte – das Ding MUSS so aufgebaut sein, dass man sich für möglichst doof hält. Anders kann ich mir das nicht erklären ^^ Aber auf jeden Fall war ich positiv überrascht, auch wenn sich mal wieder ganz klar mein Defizit im kalkulatorischen Hirnareal gezeigt hat. Ich kann nicht Kopfrechnen…bzw. nicht unter Zeitdruck und mit Stress im Nacken.

Der Test bestand halt aus einzelnen Teilbereichen – Rechnen, Assoziation, Rechtschreibung, Räumliches Denken – die mal unter mehr oder weniger starken Zeitdruck (gefühlt) zu lösen waren. Da man nie ALLE Aufgaben lösen konnte, hatte ich immer das Gefühl total zu versagen. Die reine Prüfungszeit ohne Pausen waren wohl so etwa 90 Minuten…aber so wie das alles lief – den etwas chaotischen Klassenumzug klammere ich jetzt mal aus – waren wir bis zum Mittagessen durch und sogar die ersten drei persönlichen Gespräche folgten noch am selben Nachmittag (inklusive Meiner….ohne die ich abends wohl vor Unruhe umgekommen wäre).

Das Warten auf den Henker

Während wir auf unsere Einzelgespräche warteten, bekamen wir eine ganz famose Aufgabe übertragen. Wir sollten als Gruppenarbeit ein Auto bauen. Aus Papier. NUR aus Papier. Fahrbar. From scratch. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich an die Aktion zurückdenke, aber sie hat super geholfen die Anspannung zu lockern. Wir haben massiv gelacht und für die Gruppendynamik war es eine tolle Übung. Wir waren zwar alle nicht gerade hochmotiviert bei der Sache, aber lachen konnten wir…. Als solches: Mission accomplished.

Donnerstag – oder Media Mila lötet sich einen…

Huch? Schon wieder Donnerstag? Die Woche rast dahin – wo ist nur die Zeit geblieben? Auf jeden Fall stand der Donnerstag ganz im Zeichen der E-Technik und unser besonderen Special Aufgabe: der digitalen Eieruhr. Ich habe vom Löten zwar keinen blassen Schimmer – man könnte sagen, da habe ich von tuten und blasen keine Ahnung – aber Spaß macht es schon irgendwie. Das rumgefrickel erinnert mich auf angenehme Art und Weise an meinen Modellbau. Da ist endlich mal wieder die Feinmotorik gefragt. Wie immer bin ich schneller, als gut für die Optik ist, aber Hauptsache das Ding funktioniert hinterher. Das letzte Mal, dass ich einen Lötkolben in der Hand war, als ich meinen Gamecube gemoddet hab…und das ist auch schon wieder einige Zeit her.

Und der Freitag?

War länger als erwartet. Denn nach dem morgendlichen Cogpaq und der darauffolgen PC Arbeit hätte früh Schluss sein sollen – allerdings nicht für mich. Irgendwann wurde ich nämlich für eine Privataudienz gebucht….und die hatte es ganz schön in sich. DAS war einmal Lifetime-Revue…da war das Aftertest Gespräch Käse gegen. Ich hätte es mir einfach machen sollen und einfach meine Gutachten von der Namensänderung vorlegen sollen…das hätte bestimmt Zeit gespart ^^ Das ging echt wieder beim Urschleim los…und hat echt alle Aspekte meines Lebens abgedeckt. Die gläserne Mila.

Wie empfand ich also die Woche?

Ich bin erschöpft. Also emotional. Ich wurde einmal auf Links gedreht…aber ich merke, dass ich damit zunehmend besser umgehen kann. ich kann mein Leben inzwischen reflektorisch betrachten und DAS wäre vor einem Jahr definitiv nicht möglich gewesen.

Ich bin generell umschultauglich – Yeah! Was fang ich damit an? Das wird sich zeigen. Ich habe neuen Elan geschöpft mein designiertes Ziel zu verfolgen…aber ebenso werde ich die Möglichkeiten von Moin nutzen, um über den Tellerrand zu blicken und mir auch Alternativen ansehen. Ich hatte im Leben fast immer einen Plan B…nur diesmal nicht und DAS zieht mir immer wieder den Boden unter den Füßen weg. Daran werde ich arbeiten. Viele Wege führen nach Rom.

 

Ich hab euch lieb und bis Bald!

 

 

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

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