Allgemeines

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Berufliche Perspektive

Berufliche Perspektive

Die letzten Tage ist es etwas ruhiger um mich geworden. Mein letzter Post ist fast einen Monat her und vermehrt werden Stimmen laut, die sich nach meinem Befinden erkundigen; ob es mir gut geht und ob ich noch da bin. Ja, ich bin noch da...geht es mir gut? Das ist eine andere Sache. Der Kopf ist schon ein dämliches kleines Ding. Eigentlich mangelt es mir im Moment an nichts und im Vergleich zu den Problemen der Welt leide ich weder Hunger, noch werde ich zur Prostitution gezwungen, oder mit vorgehaltener Waffe zur Arbeit im Coca-Labor gezwungen...eigentlich geht es mir gut. Sollte man meinen. Wenn da nicht sowas wie Wohlstandsprobleme währen...und genau betrachtet sind meine Sorgen nichts anderes. Ich werde jetzt seit annähernd einem Jahr von Behörde zu Behörde geschickt und nie war jemand zuständig - bis ich Ende letzten Jahres schlussendlich bei der Deutschen Rentenversicherung hängen geblieben bin und meine 6 Wochen Psychosomatische Reha mitgemacht habe. Und das war gut so, denn die Reha hat mir unsagbar gut getan. Die Reha hat mir endlich wieder Mut und Kraft gegeben, um mein Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Mir fiel schon länger die Decke auf den Kopf, aber die Reha hat den Anstoss gegeben endlich wieder den Arsch hochzukriegen... Und seit dem strampel ich mir den Allerwertesten wund und habe das Gefühl mich kein Stück vom Fleck zu bewegen; ich komme einfach nicht weiter! Ich habe ja schon seit letztem Jahr ein großes Ziel vor Augen - genaugenommen habe ich sogar ZWEI große Ziele die ich aus Mangel an "Sicherheiten" parallel laufen lasse. Einerseits will ich unbedingt eine 2 jährige Umschulung zur Mediengestalterin digital/print machen, doch das gestaltet *achtung Kalauer* sich sehr viel schwieriger, als anfangs gedacht. Ursprünglich hatte ich nähmlich vor, die Umschulung bei einer "Schule" 500 Meter von mir zu Hause durchzuführen - Pustekuchen! Da macht die Deutsche Rentenversicherung nicht mit. Und nachdem mein erster Ärger und meine Enttäuschung verraucht waren, kann ich sogar nachvollziehen weshalb die RV zu der Ausbildungsstätte "nein" gesagt hat - denn dort gibt es nur sog. "Virtuelle Klassenzimmer". Das bedeutet, dass ich den lieben langen Tag nur an einem Computer mit Headset sitzen würde und unter Umständen überhaupt keinen Mitschüler aus Fleisch und Blut zu Gesicht bekommen würde...das wäre für mich und meinen depressiven Hintergrund fatal. Ich MUSS unter Menschen!

Was ist also die Alternative?

Da war die RV ziemlich deutlich. Präsenzunterricht oder eine Betriebliche bzw. Überbetriebliche Umschulung - yey! Das macht die Sache ja gleich seeeehr viel einfacher *ironie mode on*. Bisher hatte ich mit einem festen Kursstart im März oder aber August gerechnet, aber da das ja nun hinfällig geworden ist, stehe ich mit heruntergelassenen Hosen da. "Was also tun?", sprach Zeus. Pobacken zusammenklemmen und auf Ausbildungsplatz-Suche gehen. Ich...35...mit DEM Hintergrund. Großartig...ja wirklich. In diesem Sinne habe ich die letzten Wochen mit der Planung meiner beruflichen Zukunft verbracht. Ich habe die Jobbörse nach Lehrstellen durchsucht und musste feststellen, dass der Arbeitsmarkt reichlich Stellen für Mediengestalter bereit hält, aber so gut wie niemand ausbildet - und DIE Lehrstellen, die ausgeschrieben sind haben lachhafte Anforderungen. Da soll man vor Ausbildungsbeginn fundierte Kenntnisse in HTML, CSS, Photoshop, Illustrator oder gar Quark Xpress mitbringen, zwei Fremdsprachen flüssig beherrschen und vorher 6 Monate Praktikum machen - hallo? Geht´s noch?

Da fällt mir ein - Praktika sind da noch so eine Sache

Ein Praktikum ist ja grundsätzlich eine gute Sache...und tatsächlich würde ich ja auch gerne eines machen. Aber KEINE 6 Monate! Ich will in den Beruf hineinschnuppern und hospitieren und nicht bereits eine halbe Ausbildung absolvieren, aber nicht eine Firma..nicht EINE...kommt einer potentiellen Umschülerin soweit entgegen. Wie wollt ihr eigentlich Nachwuchs generieren, wenn ihr niemandem die Chance bietet, sich den Arbeitsalltag mal für ein Paar Tage anzusehen. Ein Paar Tage...nicht Monate! Ich bin mir zwar sicher, dass ich in DEN Job will, aber dennoch wäre ein vorheriges live dabei, statt nur bei Berufe aktuell gelesen schon ganz knorke.

Bewerbung schreiben suckt...

Jetzt ist es so, dass die Jobbörse was Lehrstellen angeht wirklich nur sehr spärlich bestückt ist...und ich gucke wirklich jeden Tag. Ich bin ja schon her gegangen und habe mir die normalen Stellengebote angeguckt, um dann bei den jeweiligen Firmen die Jobs auf den eigenen Internetpräsenzen zu durchwühlen und mich dann ggf. auch Initiativ zu bewerben. 15 Bewerbungen habe ich bis heute geschrieben... davon habe ich 8 Absagen erhalten, eine weder ja noch nein und der Rest antwortet gar nicht. Das ist ernüchternd. Sehr ernüchternd, wenn ich bedenke, dass ich bis zum 1.8.2017 eine Lehrstelle brauche.

Wie gesagt - ich habe noch einen zweiten Plan

Ein zweiter Plan...schön und gut, aber ob der so umzusetzen geht steht auf einem ganz anderen Blatt. Zwar wäre dieses gerade meine präferierte Option, aber auch hier müsste die RV mitspielen...und ob sie das wohl täte...? Ich meine ja, die RV hat selbst von einer Schule mit Präsenzunterricht gesprochen...also habe ich mich natürlich auch in DER Richtung schlau gemacht, welche Möglichkeiten sich da wohl böten... Und habe festgestellt, dass es keine vollschulische Ausbildung zum Mediengestalter gibt...aber ich habe eine Alternative gefunden - den Kommunikationsdesigner! Und in diese Ausbildung habe ich mich ja wohl verliebt. Das ganze wird als schulische Ausbildung angeboten...ist aber mit einigen Hürden für mich verbunden, die es zu überwinden gilt. Erstens dauert eine schulische Ausbildung grundsätzlich DREI Jahre...was der RV wohl nicht so recht schmecken wird...und die Schule selbst ist krüsch. Die haben ein Zulassungssieb - die wollen vorher eine kreative Mappe sehen. Yey...mal wieder. Jetzt darf ich noch bis zum Sommer auf die schnelle eine kreative Mappe basteln...für eine Ausbildung die evtl gar nicht stattfindet, weil die RV wieder nein sagt...

Bei mir ist es im Moment definitiv nicht langweilig....

aber die Unsicherheit macht mir zu schaffen. Ich grabe mich ein und stecke den Kopf in den Sand. Ich bin kaum auf FB und auch zum Bloggen habe ich keine Lust. Ich stoße meinen Freunden vor den Kopf...das tut mir leid! Mehr als ich sagen kann.... Habt ihr auch schon mal in einer ähnlichen Lage gesteckt? Lasst mir Trost und Aufmunterung in den Kommentaren da....

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Mila testet: Nikkor-H-C Auto Festbrennweite 50mm F2 (Kellerfund)

Mila testet: Nikkor-H-C Auto Festbrennweite 50mm F2 (Kellerfund)

Hallo meine lieben Flauschies, Wie das so ist - man hat da so DEN speziellen Stapel Kartons, der schon 4 mal mit umgezogen ist. Jedesmal nimmt man sich vor, die Dinger auszuräumen und durch zuflöhen, damit die beim nächsten Umzug NICHT noch einmal mitgeschleppt werden müssen. Diesen einen Karton, ganz hinten, ganz unten im Keller schleppe ich jetzt wohl bereits seit meinem Auszug aus dem elterlichen Hause mit mir rum...und jedes mal ist das blöde Ding nur in den Keller gewandert, weil es könnte ja etwas darin sein, was man noch braucht....well.... Was soll ich sagen - am Wochenende hat mich die Räumwut überkommen bzw. die ich-stell-bei-ebay-ein-was-geht-Laune. In Folge dieser habe ich DEN Karton ausgepackt. Dabei ist mir ein wahres Kleinod in die Hände gefallen. Meine alte "Kinderkamera" - der erste richtige Fotoapparat, den ich von meinen Eltern bekommen habe. Eine uralte Nikon aus den 60ern. So ein richtiges Retroteil... Da sind Erinnerungen wach geworden! Zuletzt habe ich die wohl während meines letzten Familienurlaubes mit meinen Eltern benutzt. Das muss so etwa 99 oder 2000 gewesen sein, also schon ein Paar Tage her und laaaange vor der wirklichen Marktreife digitaler Fotoapparate. Aber viel spannender als der Fotoapparat an sich, ist das Objektiv!

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Re-Design März 2017 + Intro Entwurf

Hallo ihr Lieben, Dieser Post ist nicht wirklich spannend - ich will euch nur an ein Paar Gedanken teilhaben lassen. Ich finde das alte Banner hat seine besten tage hinter sich...meine Photoshop skillz sind besser geworden und irgendwie wollte ich den Blog etwas "fresher" dastehen lassen. Was haltet ihr vom neuen Design? Also nicht, dass ich jetzt den Blog umgebaut habe - das kommt später irgendwann einmal...viel später....

Der neue Header: Ähnlichkeiten mit einem Musiksender sind, so denn vorhanden, völlig unabsichtlich...



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Milas Computer

Milas Computer

Hallo meine lieben Flauschies, Heute habe ich ein Thema für euch, das mal so richtig ungirly, dafür aber so richtig nerdy ist! Ich will euch berichten wie gut ich bestückt bin...also so vong PC her. Computer sind ein Thema, welches immer wieder mal angeschnitten wird - egal ob Freunde oder Familie - und der Begriff "Schwanzvergleich" drängt sich geradezu auf, wenn man bedenkt wie inbrünstig sich manche Jungs über das Thema unterhalten. Da wird über Chipsätze und Sockel philosophiert, die Glaubensfrage nach GeForce oder Radeon gestellt und generell die multimediale Weisheit in der unangenehmsten Art zur Schau gestellt ^^ Und ich müsste Lügen, wenn ich nicht zugeben würde, auch einmal zu dieser Gruppierung gehört zu haben...damals...bevor es bunt wurde in meiner Welt... Heute sehe ich das alles nicht mehr ganz so verkniffen wie einst. Früher wurde gefühlt alle halbe Jahre wettgerüstet aufgerüstet. Entweder brauchte man mehr RAM, oder die Grafikkarte war nicht mehr potent genug. Festplattenplatz war sowieso nie genug vorhanden - spätestens auf der nächsten LAN wurde der Platz abrubt...eng. Ihr glaubt nicht wie viel..äh...Bildungsmaterial da durch die Kabel gezogen wurde... ^^ Wie gesagt, heute bin ich zufrieden wenn mein PC stabil läuft. Mein letzter PC hat immerhin von 2009 bis 2015 gehalten...und ich hatte nicht das Gefühl der Zeit wirklich hinterher zu hinken. Erst als meine Ansprüche stiegen und ich angefangen habe mich vermehrt mit meinen multimedialen Hobbies zu befassen, wurde mir die Kiste zu lahm...und ich begann mich nach 6 Jahren Abstinenz wieder in die Materie einzulesen. Im Sommer 2015 war es dann soweit und ich habe mir einen neuen PC zugelegt - wobei neu relativ ist. Da ich es nicht eilig hatte, bin ich auf Schnäppchenjagdt gegangen. Für viele ist es undenkbar gebrauchte Ware zu kaufen. Für mich war und ist in meiner derzeitigen Situation Ebay die einzige Möglichkeit um günstig an ansprechende Hardware zu kommen. Das Problem ist nur...Andere probieren das auch ^^ Aber Geduld und Glück waren schlussendlich auf meiner Seite und haben mir ein echtes Sahnestück zugespielt. Ursprünglich hatte ich mir ja ein ganz bestimmtes Set-Up zusammengestellt, welches ich mir dann Step by Step zusammenklauben wollte, aber eines schönen Tages bin ich bei Ebay Kleinanzeigen über ein Hardware-Bundle gestolpert, das zu geil war um wahr zu sein. Entweder hatte der Verkäufer KEINE Ahnung was er da verkauft hat, oder das war heiße Ware. Jedenfalls habe ich zugeschlagen und hielt tatsächlich ein paar tage später das Herz meines neuen PCs in den Händen. Etwas unruhig war ich ja schon, da Käufe bei den Kleinanzeigen nicht abgesichert sind und sich dieses Angebot irgendwie zwielichtig anhörte... Aber jetzt habe ich lange genug herumgeredet. Lasset Daten folgen!

Ich und mein Computer...puti...puti...puter

  • Mainboard: Asus Rampage IV Formula (Sockel 2011, Sandy Bridge)
  • CPU:             Intel i7-3930K - 6 Kerne @ 3,2 Ghz (K-Modell mit freiem Multiplikator - Taktung bis über 4 Ghz möglich)
  • Kühler:         BOX 
  • RAM:            16 GB DDR3 Kingston HyperX (4x4GB)
  • GPU:             MSI Geforce GTX 960 2GB VRAM
  • SSD:              Samsung SSD 850 EVO 250GB
  • HDD:            Western Digital 2TB
  • Blu-Ray:       LG BH16NS40
  • Netzteil:        Thermaltake 630Watt
  • Gehäuse:      CoolerMaster Storm

CM Storm front

Frontklappe offen

Seitenfenster mit Blick ins Innere

Das Innenleben

  Das ist er - mein momentaner Computer. Schon 2015 nicht mehr das neueste Modell, aber soll ich euch was sagen? Die Kiste läuft, ich kann damit alle meine Spiele in 1092er Full HD Auflösung mit vollen Details daddeln...was will ich also mehr? Mich in unsinnigen Benchmarkpunkten ergehen? Was hat es für einen praktischen Wert, ob ich jetzt 5 oder 6 Frames mehr habe? Klar könnte ich mir eine zweite Grafikkarte einbauen oder gleich auf eine 1080er Geforce setzen...nur weshalb sollte ich das tun? WAS allerdings ein Thema für mich ist, ist die Lautstärke der Kiste. Der PC steht mitten in meinem Schlafzimmer und selbst im Idle/Silent-Modus klingen die Lüfter als würde der PC gleich starten und Richtung Mond fliegen! Das ist unerträglich... Eine Option wäre sicherlich, die vorhandenen Lüfter gegen Silent-Modelle auszutauschen und einen CPU Kühler zu installieren, der eine bessere Wärmeableitung verspricht, weshalb die Lüfter nicht so schnell drehen müssten...oder gleich auf eine Wasserkühlung zu setzen, die mir dann auch ein Ausreizen des Leistungspotentiales der CPU ermöglichen würde. Dazu eine passende Beleuchtung...? Ich gebe zu, da könnte doch noch einmal der Nerd in mir erwachen. Doch dies sind erst einmal nur mehr Ideen den wirkliche Pläne. Was habt ihr für eine Ausstattung? Los...***Vergleich!     

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Gewinnspiel: Star Wars - Die Sith Lords

Es wird so etwas wie Tradition - an jedem letzten Wochenende eines Monats starte ich mein kleines Büchergewinnspiel:

TrophyGewinnspiel: Star Wars - Die Sith Lords
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Hallo meine lieben Flauschies! Mein Platz ist begrenzt UND ich möchte euch etwas gutes tun - also werde ich gelegentlich ausgelesene Rezensionsexemplare unter euch verlosen 🙂 In der Regel sind die Bücher nur durch meine Hände gegangen und entsprechend noch fast jungfräulich ^^

Heute verlose ich folgendes Buch:

Star Wars - Die Sith Lords (Paul S. Kemp)  

Meine Rezension findet ihr HIER. Und nein, dieses Gewinnspiel ist NICHT gesponsort...

Was müsst ihr tun, um in den Lostopf zu wandern?

  • Formular ausfüllen
  • Spam checken & Bestätigungsmail öffnen
  • Den in der Mail enthaltenen Link anklicken
  • Einen sinnvollen Kommentar unter einen beliebigen Artikel meines Blogs setzen - es nimmt an der Verlosung NUR teil, wer sich zumindest Oberflächlich mit meinem Blog beschäftigt hat
  • Freiwillig: Teilt das Gewinnspiel über den Link in der zweiten Bestätigungsmail (und erhöht so eure Chancen durch ein Extra-Los)
Keine Barauszahlung. Mein Gewinnspiel, meine Regeln. Der glückliche Gewinner wird nach Ablauf des Gewinnspiels unter diesem Post bekannt gegeben (Ende am Montag 27.02.17 um 20 Uhr)!
This contest expired.


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Meine Reha in Aukrug - eine Retrospektive

Hallo meine lieben Flauschies, Ich habe einen Lauf. Ich bin (wieder) in Schreiblaune. Die letzten Wochen waren sehr hart und wenn ich ehrlich bin, dann waren es auch die letzten Monate oder gar Jahre. Doch die letzten 5 Wochen während meiner Reha haben mich verändert - zum positiven wie ich hoffe. Es ist leider viel liegen geblieben, was ich jetzt schnellstmöglich aufarbeite. Rezensionen, Testberichte und Persönliches. Ich arbeite daran...endlich wieder mit Freude. Ich mache meinen Blog auf und freue mich regelrecht darauf mir etwas von den Fingern zu tippen. Wenn ich es richtig mache, dann merkt ihr das auch. Dann lest ihr gerne was ich schreibe... Schon das letzte halbe Jahr dachte ich eigentlich, dass es mir wieder besser ginge, doch das war nur Selbstbetrug. Ich hatte getan, was ich immer tue - meine Gefühle eingemauert und ganz weit weg gesperrt. Persönliche Entwicklung? Fehlanzeige. Das war..IST...sicherlich einer der Gründe für meine Psychischen Störungen, die mich letztes Jahr angefangen haben heimzusuchen.

Warum war ich also in Aukrug?

Zunächst einmal wollte ich dort eigentlich gar nicht hin. Zum einen wurde ich von meiner Krankenkasse mehr oder weniger dazu genötigt und zeitgleich wurde mir meine Wunschumschulung vor Reha verwehrt. Was blieb mir also schon groß übrig? In diesem Sinne beantragte ich also über ein mir von der KV zugeschicktes Formblatt eine Maßnahme zur Rehabilitation...und sollte fast 3 Monate bis zur Antwort durch die Deutsche Rentenversicherung warten. Zwischenzeitlich zog ich von Neumünster nach Stade und hatte noch keine Ahnung wo ich eigentlich meine Reha wurde absitzen müssen - umso ironischer war dann die mir zugeteilte Klinik. Aukrug. 15 Autominuten von Neumünster entfernt bzw. 10 Minuten von meinem alten Wohlfühlnest entfernt. Der eigentliche Termin sowie eine persönliche Einladung sollten mir dann zeitnah durch die Klinik mitgeteilt werden... Ich war not amused. Ich hatte die Gegend gerade verlassen und wollte nicht schon wieder dahin zurück. Die Klinik spannte mich auch echt auf die Folter was den Termin anging. Nichts konnte ich mehr so richtig planen und als auch noch ein Herzinfarkt meine Mitbewohnerin fast dahin gerafft hätte, war das nichts mehr mit innerer Ruhe. Witzig - am ersten Tag ihrer Reha bekam ich endlich MEINE Einladung. Schön, dass wir vorher noch rumgeplant hatten, ob ich wegen der Kleinen irgendwie hätte mitkommen können, das aber wegen meiner Reha dann doch verworfen hatten. Tja...es hätte geklappt, aber so war ich drei Wochen auf mich allein gestellt. Frisch umgezogen und Opfer meiner Ängste bis es dann endlich auch für mich losgehen sollte.

12.12.2016 - 16.01.2017

Das war die Zeit, die ich in Aukrug einsitzen sollte - 5 ganze Wochen! Und das ausgerechnet über Weihnachten und Neujahr. Hurra! Ich konnte mir nichts schöneres vorstellen...und ich begann mal wieder Panik zu schieben. Der Termin rückte immer näher und mein stoisches Wesen erlebte am Vorabend aber so richtig einen Knacks. Ich glaube so viel Panik habe ich das letzte Jahr nicht gehabt... Doch erstaunlicher Weise begann ich mich auch auf die Reha zu freuen. Ich meine, ich weiß ja, dass ich beschädigt bin...vielleicht würde mir die Reha ja sogar mal ganz gut tun... Ich bin ein Schisser hoch drei geworden. Ich hatte Panik. Ein anderes Wort dafür habe ich nicht. Ich hatte mir die schlimmsten Dinge ausgemalt - dass ich 5 Wochen einsam und allein im Nirgendwo auf meinem Zimmer hocken würde, umgeben von Verrückten oder Schwerstinvaliden. Meine Sozialphobie ist so richtig aufgeblüht und ich habe ihr alle Nahrung gegeben. Ich habe Angst unter Menschen zu gehen - unter FREMDE Menschen zu gehen und mich unterhalten zu müssen. Angefangen bei meiner Stimme, die ich nicht die Bohne leiden mag und die mich in jeder Situation sofort entlarvt. Weiterhin müsste ich mich bei einem Gespräch, fremden Menschen gegenüber, offenbaren - in so vielen Dingen, dass ich nicht wüsste über was ich mich mit jemandem überhaupt unterhalten sollte. Früher oder später kommt doch jedes Gespräch auf folgende Themen: "Warum bist du hier?", "Was machst du beruflich?", "Wie lang bist du schon krank?" und wenn jemand ganz besonders unhöflich ist "Bist du´n Kerl?" Ja, ich neige dazu mir das Leben selber schwer zu machen und in diesem Fall ganz besonders. Ich gehe immer vom "Worst Case" aus. Denn was sollte ich auf die eben genannten Fragen antworten? Das würde mein Innerstes nach Außen kehren. Ich würde mich mit einer Antwort selbst zerstören - zumindest hat es sich so angefühlt.

Die Anreise

Gestaltete sich dann auch extrem Nervenaufreibend für mich. Die vorherige Nacht habe ich natürlich mal wieder kein Auge zu bekommen, weil sich die Gedanken im Kreis drehten. Welch Glück, dass sich meine Mitbewohnerin und ihr Freund bereit erklärt, oder viel mehr aufgedrängt, hatten und mich mit dem Auto nach Aukrug zu bringen. Mit dem Zug wäre ich wahrscheinlich vorher ausgestiegen... Um 10 Uhr war mein Anreisetermin, weswegen wir auch zeitig losgefahren waren - die A7 ist ja dieser Tage eine der weniger schönen Strecken gen Norden (Elbtunnel und Fahrbahnverbreiterung auf Höhe Schnelsen sind einfach zu viel des Guten). Trotz einer guten 3/4 Stunde Stop and Go sind wir halbwegs pünktlich angekommen und sind erst einmal direkt an der Klinik vorbei gefahren, das sich das Navi dort im Nirgendwo nicht zurechtgefunden hat...yey. Doch so kam es, dass ich ziemlich genau so gegen 10 Uhr im Foyer der Klinik stand und von dem bienenstockartigen Gewimmel erst einmal wie hypnotisiert war. Einen kurzen Moment und eine Anmeldung später machte ich mich dann mit meinem Schlüssel bewaffnet auf die Suche nach meinem Zimmer - 107 - Erdgeschoss. Das klang doch schon mal super und war auch gar nicht so schwer zu finden, wie zuerst befürchtet. Allerdings habe ich mich mit dem Türschloss erst einmal ziemlich dämlich angestellt bis ich darauf gekommen bin, wo ich den RFID an die Tür halten, damit das Ding auch auf geht. Was soll ich sagen, da war ich nun...in meiner Bleibe für die nächsten 5 Wochen Ich hätte es schlimmer treffen können. Immerhin hatte ich keine Bettwanzen und Kakerlaken im Zimmer. Ich denke, das war doch schon einmal viel wert, oder? Das Bett war ok, aber kein Highlight. Die Gummi-Anti-Einpischer-Matratze war furchtbar und ich habe nur geschwitzt und den Fernseher haben die so geschickt platziert, dass man aus dem bett nur die Hälfte sehen kann und der Rest hinterm Kleiderschrank verschwindet...aber was jammere ich. Ich hab es ja überlebt. Das Bad war ganz ok, auch wenn ich mich ohne Schlappen nicht unter die Dusche getraut hätte, aber der große Badspiegel mit LED Beleuchtug hatte es mir echt angetan. Licht im Bad ist schon eine dolle Sache...ja, Licht in MEINEM Zimmer wär auch ne dolle Sache. Aber viel mit lamentieren und auspacken war nicht, denn kaum das ich angekommen war, musste ich schon los zum "Mittelpunkt" und mich quasi "Briefen" lassen - von dort wurde ich dann auch gleich zur ärztlichen Eingangsuntersuchung geschickt. Hier wurde ich gewogen und nach meinem Befinden gefragt. Gefahr zur Selbstverletzung? Beschwerden? Gesundheit? Ja verdammte Hacke, sonst wäre ich ja nicht da - Angstzustände, Panik und meine Sozialphobie. Der Rest des Tages galt jetzt erst einmal dem Ankommen...dem zur Ruhe kommen und das hatte ich bitter nötig, so denn mein Adrenalinspiegel wohl die Skala gesprengt hätte. Am Abend gab es noch eine kleine Führung durch das Gebäude - das auf den Neuankömmling aber auch wirklich labyrinthisch wirkt.

Die Anwendungen

Bei den für mich vorgesehenen Anwendungen war alles dabei was das depressive Herz erfreut - von Sport bis Mord...pardon, das ging irgendwie anders. Ja also der Therapieplan sah auf jeden Fall sowohl Sport als auch mentales Training vor. Dazu zählten unter anderem Gruppensport, Muckibude und Schwimmbad (das berühmte Nudeln) als dann auf der anderen Seite Dinge wie Gruppentherapie, Einzelgespräche oder Ergotherapie (eine Art "Stressbasteln" wenn man so will). Weiterhin gab es noch ganz famose Sitzungen wie Qui-Gong oder das berühmte Entspannungstraining (wobei das Autogene Training noch ganz ok war, aber die progressive Muskelentspannung ist ja mal sowas von Mumpitz). Mein ganz besonderes Steckenpferd war dann ja Nordic Walking - für den Käse habe ich so überhaupt nichts übrig. Schon gar nicht, wenn mir der Trainer dann auch seine Meinung zu meiner person ganz unverhohlen vor die Nase hält - aber immerhin habe ich während meiner ersten und einzigen Stunde die Babsi kennen gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Programm hatte leider für meinen Geschmack sehr viele Pausenzeiten, denn nicht nur einmal lagen zwischen zwei Anwendungen gerne mal 3 oder mehr Stunden Wartezeit. Ich hätte meinen Tag gerne kompakter gehabt. Wie immer ist es so, dass solche Veranstaltungen mit den Therapeuten stehen und Fallen und schon nach kurzer Zeit hatte man raus bei wem man was mit macht, oder besser ausfallen lässt. Was ich leider unverständlich finde und tatsächlich überhaupt erst am Abreisetag erfahren habe ist, dass es tatsächlich richtige Seminare zum Thema Angstbewältigung gab - jetzt frage ich mich WARUM IN DREITEUFELSNAMEN ich davon keines mitgemacht habe. Ich habe am Anreisetag explizit auf meine Angstzustände hingewiesen - aber gut, dass ich jede Woche erneut Nordic Walking im Plan stehen hatte, obwohl ich das immer habe streichen lassen. Das ist mir unbegreiflich...aber gut, dass ich jetzt danke der bernsteinbehangenen Kampfveganerin jetzt weiß, das quasi mein gesamter Kücheninhalt Müll ist (Sarksm intended)... Die Ergotherapie...die hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich mich erst darauf einlassen musste, emotional und vong Geschick her. Ich male halt wie ein Vorschulkind...is halt so. Dann ist ja nicht so, dass ich nicht wüsste, dass die Aufgaben die einem da gestellt werden Trigger sind. Jede Aufgabe soll irgend etwas auslösen...und das vor anderen menschen. Genau meins...aber ich habe mich darauf eingelassen und das war gar nicht schlecht. Ähnliches gilt auch für die Gruppentherapie - sich vor anderen seelisch auszuziehen ist ja gar nicht meins - jedenfalls nicht so, dass man mir dabei ins Auge sehen kann. Der Blog hier zählt nicht...mm hmmm

Das Essen

Drei Mahlzeiten am Tag - soweit so gut. Ich hatte das blaue Schlüsselband und somit normale Vollkost, trotzdem habe ich mich nicht nur einmal beschissen gefühlt. Mir ist durchaus bewusst, dass es sich bei einer Reha nicht um  3Sterne Vollpansion handelt, dennoch war die Qualität der Speisen....schwankend. Sag ich es mal so. Aber das alleine war es auch nicht...das ganze Drumherum stimmte nicht. Die ganze Konzeption der Essensausgabe war unausgegoren. Das Frühstück ohne Säfte ein Witz. Ach was...genau genommen gab es ja nie Saft. Wasser...Wasser und Zitronensaftkonzentrat. DAS war die Getränkeauswahl...yey -.- Mittags gab es immer die warme Speise des Tages, am Vortag per Kreuzchen am Aushang zu wählen. Meist in Ordnung, doch gelegentlich auch echt ekelhaft - besonders die Tage an den denen es Fisch gab hatte ich zu fürchten gelernt, denn die haben die armen Flossenträger in Dill ertränkt. Dill den ich so sehr liebe....nicht. Dazu war das ganze Küchenpersonal erschreckend unfreundlich. Ich meine ich bin da in einer Klinik wegen Depressionen. Da sollte man meinen, dass das Personal etwas im Umgang mit angeschlagenen Menschen geschult wäre - nichts da. Da wird geblökt und gezickt - in einem Ausmaß, das eigentlich eine offizielle Beschwerde direkt bei der RV verdient hätte...doch ich bin resigniert und vermute, dass sich eh nix ändern würde....das Los des Alters..

Meine Mitmenschen

Waren bzw. sind der Grund weshalb ich die Reha überhaupt als Erfolg ansehe. Ich habe meine kleine Clique gefunden. Wunderbare Menschen. Alle auf ihre Art und Weise vom Leben beschädigt. Sie haben mir Demut gezeigt, denn nicht nur ich habe Probleme. Die Welt um mich herum existiert auch noch. Aber sehr viel wichtiger als das, haben sie mich als Menschen angenommen. Mich. Mila. Ohne meine Vergangenheit zu bewerten. DAS war der größte Dienst den mir meine Clique erweisen konnte. Mich zu nehmen wie ich bin und mich nicht an den Fehlschlägen meiner Vergangenheit zu messen und zu bewerten, denn DAS tue ich jeden Tag. Und kann mir deshalb manchmal selber nicht mehr ins Gesicht sehen. Ich hatte aufgehört mir selber überhaupt einen Wert beizumessen. Mit wem Sonst hätte ich sonst hätte ich so viele schöne Tage verbringen sollen, wenn nicht mit euch? Und unvergessen bleiben wird auf immer der Tür-Alarm auf dem Weg zum Speisesaal xD Dafür Danke ich euch!         

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