2017

Mein Jahresrückblick 2017 – Meine Transition –

Lesezeit ca: 3 Minuten

Mein Jahresrückblick 2017

– Meine Transition –

Hallo meine lieben Flauschies,

das Jahr 2017 neigt sich mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Für mich war und IST dieses Jahr ein Jahr der großen Veränderungen. Es ist viel passiert und die Dinge sind alle im Wandel – in stetiger Bewegung die Zukunft ist. Mir ist wahnsinnig viel Gutes widerfahren, doch auch das Pech hat dieses Jahr nicht vor mir halt gemacht.

Wobei ich ehrlicher Weise sagen muss, dass ich mir das Leben aber auch selber immer wieder schwer mache. An meiner latenten Negativität muss ich definitiv arbeiten, wenn ich irgendwann im leben auch einmal glücklich sein will – also dauerhaft und nicht nur für ein oder zwei Stunden.

Meine Transition

Was hat das Jahr 2017 in Bezug auf meine TS (Transsexulität) gebracht? Ist die TS noch Thema für mich, oder wie lebe ich damit? Die Frage impliziert, dass ich mir noch Gedanken über meine Transsexualität mache. Und ja, das stimmt. Ich mache mir immer noch Gedanken. Ich frage mich, ob ich jemals werde damit aufhören können…

Also im normalen Alltag fühle ich mich definitiv angekommen und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin. Das letzte Jahr hat mir einfach gezeigt, dass es richtig war. ICH fühle mich richtig. Ich lebe ein Leben, das endlich zu MIR passt.

Leider schleppe ich sehr viel alten Ballast aus meiner vorherigen Inkarnation mit mir herum. Ich habe nun einmal den falschen Chromosomensatz mitbekommen und habe eine Sozialisierung hinter mir, die eigentlich nicht zu mir passt. Doch ist es, wie es ist. Ich kann zwar versuchen MICH zu verbiegen und jemand anders zu sein, aber das bin dann nicht ICH. Das wäre das andere Extrem! Ich habe mein ganzes Leben lang versucht jemand zu sein, der ich nicht bin…und jetzt, da ich das Leben meiner Träume führe, muss ich mich wieder verbiegen, um dem allgemeinen Bild zu entsprechen? Ich denke nicht…

Ich bin einfach ich…die Summe meiner (ER)fahrungen. Daran wird sich nie etwas ändern. Ich bin die Person, die mein Leben geformt hat und ich muss mich nicht krampfhaft verbiegen, um jetzt dem sogenannten Idealbild einer Frau zu entsprechen.

WAS genau macht denn eigentlich eine “ideale” Frau aus? Wenn ihr mir DIESE Frage zufriedenstellend beantworten könnt, werde ich über meinen erworbenen Habitus nachdenken. Bis dahin…lebt damit, wie ich BIN.

Mein Selbstbild

Meine äußere Selbstwahrnehmung ist dagegen auf einem anderen Stück Papier geschrieben. Seit meiner GaOP fühle ich mich wieder in meinem Körper wohl. Ich sehe in den Spiegel und mir blicken zwei prachtvolle Euter/Hupen/Möpse/Tittööön Mammae entgegen. Lasse ich den Blick gen Süden gleiten, formen meine Speckrollen so etwas ähnliches wie eine Fake-Taillie (ich bin halt ..äh…drall…ja drall ist ein schönes Wort)….und wenn der Blick noch weiter sinkt….nun…dann hängt da nix mehr. Das ist ein unsagbarer Zugewinn an Lebensqualität, den sich ein Normalsterblicher nicht im Ansatz vorstellen kann.

Aber die verbliebenen Sorgen sind nicht an den genannten Stellen zu suchen…

“Die Sorgen sitzen auf meinem Hals…”

Hachjaaaa…was für ein herrliches Wortspiel. Da muss ich mir direkt selber auf die Schulter klopfen. Alle Sorgen die ich mir um mein Erscheinungsbild mache, existieren vermutlich nur in meinem Kopf. ICH weiß um meine männliche Vergangenheit, aber der Normalo auf der Straße nicht. Dennoch mache ich mir riesige Sorgen, dass man mir meine Vergangenheit an der Nasenspitze ansieht, obwohl ich eigentlich weiß, dass dem nicht so ist.

Zuletzt sind die Tage, an denen ich nicht in den Spiegel sehen kann leider wieder mehr geworden. Ich sehe meine Stirn, die bucklige Nase und mein Schwarzenegger-Kinn….und denke mir “So sieht doch keine Frau aus…”…dann gehe ich einkaufen und steh an der Kasse neben der Glöcknerin von Notre Dame. Schlimmer geht immer….und die Welt ist kurzfristig wieder in Ordnung…

Aber es nagt in mir. Ich sehe im Spiegel leider immer wieder mein altes Leben aufblitzen. Die Erfahrungen die ich gesammelt habe und mein Charakter sind das eine…aber diese absolut deutliche ERINNERUNG macht mir das Leben schwer. Wie soll ich mit dem Thea TS endgütig abschliessen, wenn ich jeden Tag an meine Herkunft erinnert werde. Wie soll ich mich so frei fühlen? Immer auf meine “Tarnung” bedacht? Die Wahlen haben doch gezeigt, wie weit her es mit Aufklärung und Akzept(r)ans in unserem Land ist.

Die körperliche Funktion

Allem Negativen zum Trotz, war das Jahr 2017 aber auch ein wunderschönes Jahr für mich. Ich habe einen Menschen kennengelernt der mich so nimmt, wie ich bin. Ich habe meine neu gewonnene Jungfräulichkeit verloren und kann nur sagen, dass alles so funktioniert, wie es das soll.

Zwar war aller Anfang schwer und ich hatte ganz schön Angst, dass es weh tut (was es auch tat)…aber mit wachsender Erfahrung ist meine neu erwachte weibliche Sexualität eine wunderschöne Bereicherung meines Lebens, die ich um nichts in der Welt mehr missen möchte!

 

Bis Morgen meine Lieben, wenn es mit dem nächsten Teil meines Jahresrückblickes weiter geht!

 

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