Mein Jahresrückblick 2017 – Meine Transition –

Mein Jahresrückblick 2017

– Meine Transition –

Hallo meine lieben Flauschies,

das Jahr 2017 neigt sich mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Für mich war und IST dieses Jahr ein Jahr der großen Veränderungen. Es ist viel passiert und die Dinge sind alle im Wandel – in stetiger Bewegung die Zukunft ist. Mir ist wahnsinnig viel Gutes widerfahren, doch auch das Pech hat dieses Jahr nicht vor mir halt gemacht.

Wobei ich ehrlicher Weise sagen muss, dass ich mir das Leben aber auch selber immer wieder schwer mache. An meiner latenten Negativität muss ich definitiv arbeiten, wenn ich irgendwann im leben auch einmal glücklich sein will – also dauerhaft und nicht nur für ein oder zwei Stunden.

Meine Transition

Was hat das Jahr 2017 in Bezug auf meine TS (Transsexulität) gebracht? Ist die TS noch Thema für mich, oder wie lebe ich damit? Die Frage impliziert, dass ich mir noch Gedanken über meine Transsexualität mache. Und ja, das stimmt. Ich mache mir immer noch Gedanken. Ich frage mich, ob ich jemals werde damit aufhören können…

Also im normalen Alltag fühle ich mich definitiv angekommen und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin. Das letzte Jahr hat mir einfach gezeigt, dass es richtig war. ICH fühle mich richtig. Ich lebe ein Leben, das endlich zu MIR passt.

Leider schleppe ich sehr viel alten Ballast aus meiner vorherigen Inkarnation mit mir herum. Ich habe nun einmal den falschen Chromosomensatz mitbekommen und habe eine Sozialisierung hinter mir, die eigentlich nicht zu mir passt. Doch ist es, wie es ist. Ich kann zwar versuchen MICH zu verbiegen und jemand anders zu sein, aber das bin dann nicht ICH. Das wäre das andere Extrem! Ich habe mein ganzes Leben lang versucht jemand zu sein, der ich nicht bin…und jetzt, da ich das Leben meiner Träume führe, muss ich mich wieder verbiegen, um dem allgemeinen Bild zu entsprechen? Ich denke nicht…

Ich bin einfach ich…die Summe meiner (ER)fahrungen. Daran wird sich nie etwas ändern. Ich bin die Person, die mein Leben geformt hat und ich muss mich nicht krampfhaft verbiegen, um jetzt dem sogenannten Idealbild einer Frau zu entsprechen.

WAS genau macht denn eigentlich eine “ideale” Frau aus? Wenn ihr mir DIESE Frage zufriedenstellend beantworten könnt, werde ich über meinen erworbenen Habitus nachdenken. Bis dahin…lebt damit, wie ich BIN.

Mein Selbstbild

Meine äußere Selbstwahrnehmung ist dagegen auf einem anderen Stück Papier geschrieben. Seit meiner GaOP fühle ich mich wieder in meinem Körper wohl. Ich sehe in den Spiegel und mir blicken zwei prachtvolle Euter/Hupen/Möpse/Tittööön Mammae entgegen. Lasse ich den Blick gen Süden gleiten, formen meine Speckrollen so etwas ähnliches wie eine Fake-Taillie (ich bin halt ..äh…drall…ja drall ist ein schönes Wort)….und wenn der Blick noch weiter sinkt….nun…dann hängt da nix mehr. Das ist ein unsagbarer Zugewinn an Lebensqualität, den sich ein Normalsterblicher nicht im Ansatz vorstellen kann.

Aber die verbliebenen Sorgen sind nicht an den genannten Stellen zu suchen…

“Die Sorgen sitzen auf meinem Hals…”

Hachjaaaa…was für ein herrliches Wortspiel. Da muss ich mir direkt selber auf die Schulter klopfen. Alle Sorgen die ich mir um mein Erscheinungsbild mache, existieren vermutlich nur in meinem Kopf. ICH weiß um meine männliche Vergangenheit, aber der Normalo auf der Straße nicht. Dennoch mache ich mir riesige Sorgen, dass man mir meine Vergangenheit an der Nasenspitze ansieht, obwohl ich eigentlich weiß, dass dem nicht so ist.

Zuletzt sind die Tage, an denen ich nicht in den Spiegel sehen kann leider wieder mehr geworden. Ich sehe meine Stirn, die bucklige Nase und mein Schwarzenegger-Kinn….und denke mir “So sieht doch keine Frau aus…”…dann gehe ich einkaufen und steh an der Kasse neben der Glöcknerin von Notre Dame. Schlimmer geht immer….und die Welt ist kurzfristig wieder in Ordnung…

Aber es nagt in mir. Ich sehe im Spiegel leider immer wieder mein altes Leben aufblitzen. Die Erfahrungen die ich gesammelt habe und mein Charakter sind das eine…aber diese absolut deutliche ERINNERUNG macht mir das Leben schwer. Wie soll ich mit dem Thea TS endgütig abschliessen, wenn ich jeden Tag an meine Herkunft erinnert werde. Wie soll ich mich so frei fühlen? Immer auf meine “Tarnung” bedacht? Die Wahlen haben doch gezeigt, wie weit her es mit Aufklärung und Akzept(r)ans in unserem Land ist.

Die körperliche Funktion

Allem Negativen zum Trotz, war das Jahr 2017 aber auch ein wunderschönes Jahr für mich. Ich habe einen Menschen kennengelernt der mich so nimmt, wie ich bin. Ich habe meine neu gewonnene Jungfräulichkeit verloren und kann nur sagen, dass alles so funktioniert, wie es das soll.

Zwar war aller Anfang schwer und ich hatte ganz schön Angst, dass es weh tut (was es auch tat)…aber mit wachsender Erfahrung ist meine neu erwachte weibliche Sexualität eine wunderschöne Bereicherung meines Lebens, die ich um nichts in der Welt mehr missen möchte!

 

Bis Morgen meine Lieben, wenn es mit dem nächsten Teil meines Jahresrückblickes weiter geht!

 

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Über Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

3 Kommentare

  1. Liebe Mila, ich habe Verständnis für dich und es berührt mich, dass Du in einer so einschränkenden Zwangslage leben musst und ich hoffe und wünsche dir, dass Du diese auflösen kannst. Hab keine Angst deinem Herzen zu folgen und allem was dir gut tut und dich glücklich macht und gib nicht mehr als Du kannst, sei es dir wert! Du bist willkommen, vielleicht flanieren wir mal zusammen an der Promenade in Zinnowitz, im schicken Sommerkleid-Chen und plauschen wie es Flauschies tun, bei einem Kaffee, einem Stück-Chen Kuchen für die Hüften, über Gemeinsamkeit und dass am Leben sein etwas Schönes ist, vorallem wenn man Jene überwunden hat, die einen getäuscht, manipuliert, belogen, betrogen und verlassen haben. Du bist dabei immer echter zu werden, Du wirst dadurch aufrichtig und wirst lernen aufrecht durch dein Leben zu gehen und es am Ende lieben Du selbst zu sein! Chen

  2. Liebe Mila, ich kenne das, sich selbst gegenüber negativ besetzt zu sein, vorallem natürlich dem äußeren Erscheinungsbild gegenüber, dazu fällt mir eine Folge “Transparent” ein, wo die Priesterin ? Bei einer Hochzeit alle Spiegel mit Tüchern abhängt, weil der Blick hinein, die Menschen von ihrem Sein abhält. Es gibt im Leben nichts Absolutes, vielleicht der Tod? Aber da lockt das Leben trotz aller Komplikationen und Mißstände doch hoffentlich mehr. Geborene Frauen haben auch ihre Sorgen und Nöte, sind alles andere als dem Ideal entsprechend und werden von Männern trotzdem begehrt, geliebt, aber auch missbraucht und mißhandelt. Die Facetten des Lebens sind außergewöhnlich komplex und irgendwie sind doch alle am transformieren, streben nach Freude, etwas Glück, das können Beziehungen sein, eine Reise, eine Tafel 🍫, ich wäre zum Beispiel froh, wenn mein Fuss vom vielen Laufen nicht mehr so fürchterlich weh tut, damit ich zum einkaufen gehen kann, weil ich weder ein Auto habe, noch ein Fahrrad das funktioniert. Ein transsexueller Lebensweg kann kein Atomreaktor sein, der einem bis zum Ende Glücksenergie spendet, aber bestimmt gibt es Tage wo Du dich gerne hast und hùbsch findest und am Tiefpunkt ist es vielleicht ein Höhepunkt, ein paar neue Schuhe, eine nette Begegnung, ein liebes Wort, die Begehrlichkeit eines Mannes, der Kaffee im Cafe was dich beschenkt, dass ich dir schon wieder schreibe, obwohl ich mich von dir abgelehnt fühle. Du müsstest gar nicht so viel über Schieflagen schreiben, kämpfe um dein Glück! Ich hätte gerne mit dir gesprochen, schon alleine weil wir aus ähnlichen Welten kommen, aber vielleicht ist dein Block gar nicht auf Kommunikation ausgelegt, sondern einfach ein Ort um deine Seele zu erleichtern, auch gut! Komm gut in’s neue Jahr! Liebe Grüße, Chen

    • Hallo Chen…ich freue mich jedes Mal wenn ich von dir lese. Ich möchte nicht, dass du dich abgelhent fühlst. DAS ist mit Sicherheit nicht meine Absicht. Ich bin in der Sache das Problem…ich habe so viele Baustellen und bin ein furchtsamer Mensch. In meiner gegenwärtigen Situation habe ich irgendwie nie Ruhe oder das Gefühl mich zurückziehen zu können. Du hast Recht, wenn das Ausflüchte sind…..die für mich allerdings sehr real sind. Unheimlich gerne würde ich mich mal länger mit dir unterhalten….aber ich bin morgens um 6 aus dem haus…komme um 18 uhr heim…wobei heim relativ ist, da hier zwar nicht der wortwörtliche mord und todschlag herrscht, aber doch arger zwist in der luft liegt und ich keine ruhe für mich finde. Telefonate sind seit einem jahr auf ein Minimum bei mir geschrumpft, weil ich sowieso sofrt gestörrt werde wenn ich das telefon zur hand nehme. Aber das möchte ich gerne ändern und würde mich sehr freuen, falls wir imneuen Jahr einfach einen neuen Anlauf starten – ich will mir mein Leben nicht immer von der Umwelt diktieren lassen…
      Ich finde es schön, dass du immer noch bei mir vorbei-liest…. komm gut ins neue Jahr, damit wir dann tatsächlich einmal
      reden können

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