Jurassic World 2 – Das gefallene Königreich | Gedanken und Review

Jurassic World 2 – Das gefallene Königreich | Gedanken und Review

Hallo meine lieben Flauschies,

Ich weiß noch genau, wie ich damals 1994 Jurassic Park gesehen habe. Ich war 13, und so wie jedes Kind in dem Alter total im Dinosaurierfieber. Ich kannte all die Viecher mit Namen und träumte davon, einmal einen lebenden Tyrannosaurus Rex zu sehen.

Kein anderer Film, außer “Krieg der Sterne”, schafft es, mich wieder in diese kindliche Euphorie von damals zurückzuversetzen. Jurassic Park war ein Meilenstein seiner Zeit und hat tricktechnisch mindestens so große Fußspuren hinterlassen, wie die besagten Dinosaurier selber. Jurassic Park hat sich im kollektiven Fimbewusstsein festgesetzt und eine ganze Generation von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen verzaubert.

Die Fortsetzung “Die vergessene Welt” war kommerziell unausweichlich, aber auf seine Weise durchaus ein unterhaltsamer Film, auch wenn er m.M.n. an keiner Stelle je die Klasse seines Vorgängers erreichen konnte. Dennoch gab es einige beeindruckende Szenen und tricktechnisch wurde wieder eine ganze Schippe drauf gelegt – getreu dem Motto “Bigger, better, faster…”.

2001 kam dann gnädigerwiese das vorerst letzte Dinoabenteuer “Jurassic Park 3” heraus – ein Film der zwar eine Menge Dinos zu bieten hatte, aber dafür an einer gänzlich unwichtigen Umsetzung krankte. Zwar kehrte meine Lieblingsfigur des Dr. Grant zurück, aber dem Film fehlte jeglicher Zauber seiner  Vorgänger und verkam somit zur puren Monsterhatz. Klar habe ich ihn geschaut und mich auch unterhalten gefühlt…aber er war nunmal sehr viel schlechter als die beiden vorherigen Filme.

2015 erschien dann Jurassic World in den heimischen Lichtspielhäusern. Der unsägliche dritte Teil war längst vergessen und Dinosaurier der heutigen Jugend nicht mehr ganz so wichtig, wie einst zu meiner zeit. Aber der Film schlug ein….und auch ich war wieder ein klein wenig gehyped.

Aber wir leben jetzt in einer anderen Zeit. Das Filmemachen hat sich verändert. Das PUBLIKUM hat sich verändert und somit das Bedürfnis wie ein guter Film auszusehen hat. Und das ist in meinen Augen nicht immer zum Besseren.

Ja, Jurassic World hat die Dinos und das Franchise wiederbelebt, folgte dabei aber einem Trend der leider dieser Tage in Hollywood allgegenwärtig zu sein schein: dem Klonen vergangener Erfolge, ohne je das Maß an Qualität der Vorlage zu erreichen. Beim “Erwachen der macht” war es genau so…

Jurassic World war eine Neuinterpretation des ersten Films, ohne sich Reboot zu nennen – was er aber genau so hätte sein können… und nun komme ich endlich zu “Jurassic World 2”

Jurassic World 2 – Das gefallene Königreich / Die vergessene Welt 2.0 ?

Gestern war es soweit. Donnerstag der 7.6.2018. 17.15 Uhr, UCI Mundsburg – das Licht ging aus und sofort war wieder die wohlige Erwartungshaltung da, Dinosaurier zu sehen. Technisch ist das UCI über jeden Zweifel erhaben und jetzt da ich meine Brille habe, war der 3D Effekt einfach nur Atemberaubend….aber zum Film:

 

 

 

 

hier klicken * Spoilergefahr*

Das Intro ist grandios! Und ich setze diesen Superlativ nicht leichtfertig ein, aber die ersten 10 Minuten des Films gehören zum Besten was es in der Filmreihe gab.

Ein kleines Tauchboot schnorchelt ominös durchs trübe Gewässer, offensichtlich auf der Suche nach etwas. Es ist dunkel und stürmisch und man meint ständig dunkle Schemen im Hintergrund zu ahnen.

Das kleine Tauchboot kommt vor einer großen Mauer zum stehen…nein…es ist ein unterseeisches Tor. Kameraschwenk: Wir befinden uns vor der Isla Nublar; den Ruinen von Jurassic World. Es blitzt und donnert. An Land ist ein Techniker damit beschäftigt einen Schaltschrank zu bearbeiten, während seine Kollegen in einem Hubschrauber warten. Er schafft, woran er werkelt…und das unterseeische Tor zum Mosasaurus-becken öffnet sich. Der offensichtlich nervöse Tauchboot-Pilot kann weiter…

Er ist auf der Suche nach den Überresten des Indominus Rex, welcher am Ende von Jurassic World vom Mosa Saurus gefressen wurde. Welcher inzwischen längst verhungert sein soll…

Da ist es…das Skelett des Indominus Rex. Das Tauchboot schneidet eine Rippe ab und schickt diese per Ballon an die Oberfläche, wo sie durch den Hubschrauber aufgesammelt wird. Es soll sich jetzt auf den Rückweg machen…plötzlich bricht der Kontakt ab. Der Techniker löst die Schließungssequenz des Tores aus. Das Tauchboot soll sich halt beeilen.

Nun kehrt der Hubschrauber zur Insel zurück, um den Techniker aufzunehmen. Es blitzt wieder und man sieht einen riesigen Schatten im Geäst hinter ihm…seine Kollegen rufen ihm zu sich zu beeilen, aber ihm Tosen des Unwetters hört er nicht. Ein erneuter Blitz. Der Tyrannosaurus Rex steht hinter ihm. Der Techniker schreit und rennt los. Die Verfolgung beginnt. Der Dinosaurier verfolgt den Techniker und zertrampelt alles was in seinem Weg steht – inklusive des Schaltkastens.

Der Hubschrauber startet, aber vorher werfen sie noch eine Strickleiter aus, die der Techniker auch ganz knapp zu fassen bekommt. Gerettet…

Nicht. Der Tyrannosaurus hat die Strickleiter auch erwischt und beginnt zu ziehen und zu zerren. Der Techniker kann sich kaum festhalten. Bevor der Hubschrauber abstürzt, befiehlt der Pilot die Leiter durchzuschneiden. Doch der Mann mit dem Messer zögert…zu recht, denn Plötzlich reisst die Leiter unterhalb des Technikers und der Dinosaurier hat das Nachsehen. Der Hubschrauber kann fliehen und der Techniker in Ruhe die Strickleiter emporklettern. Sie sind wieder über offenem Wasser…und diesmal ist dort wirklich ein Schemen unter Wasser zu sehen…und der Mosasaurier schnellt aus dem Wasser empor und schnappt den Techniker mit einem großen Happs.

Doch der Hubschrauber entkommt mit seiner Beute…der Rippe des Inodminus Rex. In der Schlussblende sieht man, dass das unterseeische Tor offen stehen geblieben ist…

 

 

 

Das ist ganz großes Kino! Popcorn-Kino, aber Kino…und das meine ich ohne jeden Sarkasmus. Das war, wie das Intro zum originalen Jurassic Park, aber in hypermodern…Bombast…opulent….und spannend.

Doch würde der ganze Film diese Qualität beibehalten können? Die Antwort darauf fällt mir nicht ganz einfach, da ich nun einmal mit Jurassic Park groß geworden bin, aber ich versuche Fair zu bleiben und auch diesen Film eigenständig zu betrachten.

3 Jahre sind vergangen, seit es zu dem folgenschweren Unglück in Jurassic World gekommen ist. Die Insel ist verlassen und die Dinosaurier leben für sich auf dem kleinen beschaulichen Eiland. Zu allem Überfluss ist allerdings der hiesige Vulkan wieder aktiv geworden und droht jederzeit auszubrechen und somit die einzigen lebenden Dinosaurier auf der Erde zu vernichten. Die Regierung ist nicht bereit etwas zu unternehmen, also scheint das Schicksal der Dinos besiegelt…

Ich will jetzt nicht den ganzen Film Szene für Szene wider geben, aber das ist halt die Ausgangslage für unsere Akteure – bei denen es sich wie im letzten Film um Chris Pratt und Bryce Phillips Howard handelt, die ihre alten Rollen erneut einnehmen. Wie auch schon im letzten Film stimmt die Chemie zwischen den beiden, aber die Charakterzeichnung ist diesmal noch geringer als im ersten Film, da die Figuren nun einem etablierten Muster folgen können.

Hinzu kommen ein nerdiger und ängstlicher Computertyp und eine taffe Dinomedizinerin, um die starke Frauenquote zu pushen – wirklich relevant sind beide Figuren leider nicht. Generell leidet Jurassic World 2  leider sehr an der schwachen Charakterzeichnung – obwohl natürlich die Dinos sowieso die Hauptdarsteller sind. Niemand schaut diesen Film NUR wegen Chris Pratt 😉

Dennoch hat mir der Film ungeheuer viel Spaß gemacht, auch wenn er sich stellenweise wie “Die vergessene Welt 2.0” angefühlt hat, inklusive Großwildjäger auf Trophäenjagdt (gespielt von Ted Levine; den meisten wohl aus Monk bekannt, doch für mich für immer Buffalo Bill aus dem “Schweigen der Lämmer”). Der sich übrigens auf eine selten dämliche Art aus dem Leben bringt….

Grundsätzlich ist der Tenor des Films ein sehr viel düsterer, als in den bisherigen Filmen. Es fehlt das Abenteuerliche aus Jurassic Park, es wird halt mehr auf Monsteraktion gesetzt. Das ist halt der heutigen Zeit geschuldet. Es wird keinen neuen Jurassic Park mehr geben…es muss halt alles “bigger, better, faster…” werden. Wenn da dressierte Raptoren zugehören, dann soll es halt so sein…

Was sich jetzt wie eine große Negativkritik anhört, ist aber gar nicht als solche gemeint, da ich ungemein gut unterhalten wurde…nur eben mit einem No-Brainer, der für sich allein keine ganze Generation in den Bann gezogen hätte, so aber durchaus mit schöner Dinoaktion und tollen Effekten zu überzeugen weiß.

Die zweite Hälfte des Films spielt…ich spoilere noch einmal …auf dem Festland, und gerade hier geht dem Drehbuch leider etwas die Puste aus, obwohl alles optisch und schnitttechnisch schon gut umgesetzt wurde. Und auch der Hauptantagonist ist leider sehr sehr schwach….da wäre mehr drin gewesen.

Dennoch kann ich den Film ruhigen Gewissens empfehlen – der ist für die große Leinwand gemacht!

 

 

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Über Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

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