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Eltern

Eltern. Eltern sind etwas besonderes. Wir verdanken ihnen alles, oder? Sie zeugen uns, bringen uns auf die Welt und sind immer für uns da....oder?

Lesezeit ca: 2 Minuten

Eltern. Eltern sind etwas besonderes. Wir verdanken ihnen alles, oder? Sie zeugen uns, bringen uns auf die Welt und sind immer für uns da….oder?

Eltern sind der Anfang an von allem. Ohne unsere Eltern gäbe es uns nicht. Wir sind die Summe unserer Eltern. Natürlich kommt da noch sehr viel mehr dazu. Wir SIND die Summe unserer Erfahrungen. Dennoch…ist da da etwas in uns, auf das wir keinen Einfluss haben. Sei es genetische Programmierung…oder Erziehung. Unsere Eltern prägen uns sowohl körperlich, als auch seelisch. Daran lässt sich nicht rütteln.

Manche von uns treten in die Fußstapfen ihrer Eltern und manche rebellieren. Erstere versuchen alles, um so zu werden wie ihre Eltern, während die anderen alles dafür tun, um NICHT so zu werden.

Beide sind in ihrer Art Extremisten. Nur ein gesunder Mittelweg kann gut sein, aber wann macht einem das Leben schon einmal etwas leicht? Ich habe beide Wege beschritten…bis zum Anschlag der jeweiligen Seite. Und kein Weg hat mich wirklich glücklich gemacht.

Auf der einen Seite wollte ich meinem Vater gefallen und ihn stolz machen – auf Kosten meiner eigenen Individualität. Als mir das klar wurde, habe ich die Reissleine gezogen und mein eigenes Ding durchgezogen. Ich habe mich abgekapselt, den Kontakt eingestellt und mich nur noch um mich und meine Bedürfnisse gekümmert.

War das Richtig so?

Für den Moment ja – ich vereinfache ja den gesamten Sachverhalt gerade auch extrem. Ich musste zu mir finden. OHNE den missbilligenden Blick meiner Eltern. Ohne die unausgesprochenen…und zu oft leider auch AUSgesprochenen Vorwürfe.

Dennoch frage ich mich immerzu….was hätte ICH anders machen können? Nur weil meine Eltern mich nicht verstehen konnten, bin ich gegangen. Bin aus ihrem Leben gegangen und habe sie nicht mehr an meinem teilhaben lassen. War das wirklich so richtig, die Personen aus dem Leben auszuschließen, die einen auf die Welt gebracht haben, die einen gefüttert haben, die einem de Welt gezeigt haben, die einem Handtücher um die Beine gewickelt haben wenn man krank war…? Weil man sich nicht verstanden hat?

Meine Eltern konnten nicht anders. Wie hätten sie denn auch? Sie stammten aus einer anderen Zeit….UND ich habe ihnen ja schon das maximale Ideal vorgelebt. Wie hätten sie meiner Entwicklung folgen sollen…KÖNNEN?

Aber hätte ich etwas anders machen können? Ich wäre immerzu gehemmt gewesen. Ich hätte nie wirklich ich sein können…oder? Das nagt an mir. Eine Form von Blutschuld könnte man sagen…

Aber das ist wohl ein Problem, das alle Generationen haben

“Töte deine Eltern”…ist ein geläufiger Leitspruch der Psychologie und ich habe es vielleicht übertrieben. Denn trotz allem was vorgefallen ist, vermisse ich meine Eltern. Besonders meinen Vater, den alten Grummelsack. Er mag nicht besonders gesellschaftsfähig gewesen sein, aber dennoch hat er mich wohl von allen Menschen auf der Welt am besten gekannt. Ich wünschte wir hätten Zeit gehabt einen gemeinsamen Modus zu finden.

In diesem Sinne sei gesagt, was ich euch niemals persönlich sagen konnte – Ich liebe euch und werde euch immer lieben!

Und ihr da draußen? Wenn ihr etwas zu sagen, oder zu klären habt, dann tut es verdammt nochmal. So abgedroschen es auch klingt, aber ihr habt eben keine Zeit. Eltern sind nicht ewig da, auch wenn man das nicht wahrhaben will.

So, ich habe fertig!

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Mamagie

    Bestimmt haben deine Eltern das tief im Herzen gewusst, dass du sie liebst. Und sie haben dich genauso geliebt, auch wenn es ihnen vielleicht schwer gefallen ist, das zu zeigen.

  2. Paleica

    hallo mila, zuerst mal vielen dank für deinen besuch bei mir und deine lieben worte, da musste ich natürlich gleich schauen kommen, was es bei dir so zu sehen gibt.
    deinen text finde ich sehr berührend und ich glaube, die beziehung zu eltern ist so viel schwieriger – für so viele menschen – als man das oft glaubt, glauben kann oder glauben will. ich kann gut verstehen, dass es sehr schmerzhaft für dich sein muss, wenn du diesen bruch nicht mehr rückgängig machen kannst aber ich wünsche dir, dass du einen weg damit findest, dennoch damit umzugehen, auch wenn das mit sicherheit nicht einfach ist…
    alles liebe aus wien!
    paleica

    1. Mila Albrecht

      Vielen Dank – natürlich freue ich mich über deinen Gegenbesuch. Was ich geschrieben habe, meinte ich auch so.
      Aber zu meinem Dad…ja, ich muss noch lernen damit umzugehen, aber es geht jeden Tag etwas besser. Ich hätte halt nie gedacht, das einmal der Tag kommen würde, an dem er nicht mehr da ist…und jetzt ist dieser Tag schon länger als ein halbes Jahr her und die Erde dreht sich immer noch…

  3. Paleica

    hallo mila, zuerst mal vielen dank für deinen besuch bei mir und deine lieben worte, da musste ich natürlich gleich schauen kommen, was es bei dir so zu sehen gibt.
    deinen text finde ich sehr berührend und ich glaube, die beziehung zu eltern ist so viel schwieriger – für so viele menschen – als man das oft glaubt, glauben kann oder glauben will. ich kann gut verstehen, dass es sehr schmerzhaft für dich sein muss, wenn du diesen bruch nicht mehr rückgängig machen kannst aber ich wünsche dir, dass du einen weg damit findest, dennoch damit umzugehen, auch wenn das mit sicherheit nicht einfach ist…
    alles liebe aus wien!
    paleica

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