tbird

REPOST: Gaming? Ü30? Und das auch noch als Frau?

Den originalbeitrag habe ich zwar schon 2016 geschrieben, aber warum nicht nochmal aus der Mottenkiste hervorholen?

Lesezeit ca: 4 Minuten

Gaming? Ü30? Und auch noch als Frau?
Geht das überhaupt?!

tbird

Darauf muss ich einfach mal ein klares JA! sagen. Selbstverständlich haben sich in den Jahren seit meiner Teenagerzeit viele Dinge geändert. Generell ist das “Zocken” heutzutage zu etwas anderem geworden und nimmt nicht mehr den Stellenwert ein wie damals.
Ich kann mich noch gut erinnern wie wir damals bestimmten Titeln regelrecht entgegengefiebert haben und den Veröffentlichungstag kaum abwarten konnten. Ich war über jedes Spiel Monate im Voraus informiert – heute nehme ich irgendwann mal ein Spiel vom Grabbeltisch mit, ohne genaueres zu wissen. Der Preisverfall ist heute auch ein ganz anderer, da Spiele zur Massenware verkommen sind. Call of Duty 24,5 lässt grüßen.

Ausserdem “spiele” ich Spiele heute auch ganz anders als früher. Als Teen habe ich mich Tage bis Wochen an einem Spiel fest gebissen. Wenn ich nicht weiter kam, dann wurde sooo lange probiert bis es ging. Spiele durften anspruchsvoll sein.
Heute bin ich schnell genervt. Mein tag ist kurz, obwohl ich weniger schlafe als damals ^^ oder eventuell ist mir meine Zeit auch einfach wichtiger geworden. “Social Networks” gab es in der Form noch nicht wie heute – man hat tatsächlich Zeit “zusammen” verbracht…und dann doch meist zusammen gezockt. Entweder abwechselnd, in seltenen Fällen per Split Screen oder bei einer dieser heute längst in Vergessenheit geratenen Veranstaltungen namens “Lan-Party”. OK…zugegeben…bei letzteren hatte ich öfters den Eindruck, als ginge es nicht primär ums Zocken, sondern vielmehr darum, den damals noch nicht so üppigen Festplattenplatz mit Pornos aller coleur zu füllen 😀 Männer halt…pubertierende Männer…ok…Männer aller Altersklassen.
Aber wie gesagt, meine Zeit ist mir heute teilweise zu schade, um mir an unüberwindbaren Hindernissen die Zähne auszubeissen. Ich schreibe, blogge, fotografiere und treffe mich mit lieben Menschen. Das ist es was mir heute wichtig ist.
Ich habe jetzt zwar einen echt geilen Gaming PC neben mir stehen – für so etwas hätte ich als Teenie meine Seele verkauft – aber genutzt wird der in der Tat recht selten.
Ich habe eine recht große Auswahl an Spielen auf meiner Festplatte, aber die tatsächliche Spielzeit der einzelnen Titel ist überschaubar. Heutzutage muss mich ein Titel wirklich begeistern, um es über die 2 Stunden Hürde zu schaffen. Pakt mich ein Spiel in dieser Zeit nicht, ist es fraglich, ob ich es in näherer Zukunft noch einmal anfassen werde.
Oft bleibe ich sogar bei alten Klassikern hängen für die mein PC völlig überdimensioniert ist, doch weiss ich bei diesen Spielen woran ich bin. Ich muss mich nicht erst einfuchsen, sondern kann direkt ins Spiel eintauchen.
Das muss ein neues Spiel bei mir erst schaffen.

Als Kind der 80er bin ich mit einem C64 groß geworden. Zu meinem 8 oder 9ten Geburtstag bekam ich meinen ersten Computer (den meine Eltern damals noch meinem Onkel abgeschwatzt hatten, weil der so eine riesige Sammlung an Raubk..äh…Sicherheitskopien hatte). Mein eigener Brotkasten samt Floppydisk und 3 Kästen voller Disketten. Ich glaube wenn ich alle Spiele die da drauf waren getestet hätte wäre ich heute noch nicht fertig – und damit meine ich noch nicht einmal die unverschämt langsame Ladedauer der damaligen Technik ^^
Der C64.
Mein erster Kontakt mit der digitalen Welt.
Ich habe sehr wohlige, wenn auch sicher zeitlich verklärte Erinnerungen an die Zeit: The Last Ninja, Turrican, California Games…es gab so viele schöne kurzweilige Spiele, die freilich furchtbar altbacken wirken müssen, aus heutiger Sicht betrachtet. Damals waren sie ein Highlight für ein kleines Kind. Und der Tod vieler Joysticks… aber das ist eine andere Geschichte.
Selbst der erste Kontakt zu meinem Lieblingsgenre wurde damals geknüpft – die Adventures!
Maniac Mansion und Zac MacKracken !
Die unbestrittenen Klassiker des Genres und Begründer des Mythos Lucasfilm Games – später Lucas Arts. Und jetzt leider untergegangen im Sand der Zeit…

1992. Einkauf mit Mutti bei Real..pardon…damals hieß der Laden noch “Allkauf” in Henstedt Ulzburg. Damals hatte der Laden noch eine eigene Computerabteilung direkt am Eingang und ich konnte nicht an dem neuesten Ausstellungsstück vorbei gehen. So etwas hatte ich noch nie gesehen! Animationen wie echt! Die Szenen schienen direkt aus dem Film zu stammen!
Star Wars – X-Wing
Ein aus häutiger Sicht völlig veralteter und pixeliger Titel, der damals allerdings einen technischen und spielerischen Leckerbissen darstellte.
Mutti und ich waren gleichermaßen beeindruckt von der damaligen Technik, so dass Sie nach einer Nacht des “darüber schlafens” einen Spontankauf tätigte und unser erster richtiger PC Einzug in unser Haus hielt.
Mit mächtigen Daten auf dem Papier:
ASI T-Bird
CPU: 486 SX 25Mhz
RAM: 4MB
HDD: 80 MB
CD: 1X
14 Zoll Monitor
Kugelmaus
Ein Monster von Rechner…und so ganz in schwarz sogar recht schick, wenn man bedenkt wie die üblichen mausgrauen Kisten damals aussahen.
Und natürlich X-Wing dazu ^^

PC´s waren Neuland für uns. Mit Dos kannte sich keiner aus, aber Windows 3.1 war eine interessante Erfahrung, wenn man nur den blauen Hintergrund des C64 kannte.
Hier tauchten dann auch die ersten Probleme auf – ständig musste man in den Systemdateien rumwurschteln, um irgendwelche Spiele zum laufen zu bringen. EMS, XMS, Highmen.sys..Blabla blub. Ich gebe zu, das ist etwas was ich heute NICHT vermisse.
Dennoch waren Spiele auf dem PC eine Offenbarung im Vergleich zum Brotkasten. Es war unglaublich welch Grafikpracht sich dort offenbarte. Gerade auch das mitgelieferte Monkey Island 2 war grafisch grandios…mit seinen 256 Farben -.-

Die Zeiten schritten voran und so langsam merkten wir, das der PC an seine Grenzen kam. Aufrüstungen wurden nötig. Als erstes wurde der Arbeitsspeicher auf 8MB erhöht bevor später für SimCity 2000 der erste Grafikkartenwechsel nötig wurde, da das Spiel nur im Highcolourmodus starten wollte.

Es war eine schöne Zeit – die Pionierzeit der Computerspiele wenn man so will. Alles was damals erschien war tatsächlich nue und nicht der Xte wiedergekäute Aufguß wie heute. Die Entwickler haben sch Dinge getraut – oder ich sehe die damalige Zeit auch nur durch eine rosa Brille.

Fakt ist, dass ich auch heute noch gerne Spiele, wenn ich die Zeit, Lust, und Muße dazu habe…dann allerdings muss ein Spiel mich auch wirklich fesseln können, um mich langfristig an den Bildschirm zu binden.

Und zu der Frage, ob Frauen Spielen dürfen? Da geh ich überhaupt nicht weiter drauf ein…

In diesem Sinne bis Bald!

Wenn ihr wollt, dann lasst mich an euren Jugenderinnerungen Teil haben. Wie seid ihr mit Computespielen in Berührung gekommen? Interessieren die euch überhaupt?
Lasst mir einen Kommentar da.

Beliebte Beiträge

Milas Bunte Welt 3.0

Trommelwirbel und Fanfaren bitte – I´m back in Business!

Das war das 2te Semester

Das war das 2te Semester Hallo meine lieben Flauschies, Das

%d Bloggern gefällt das: