HR-RANT

Von gutem Stil und anderem unnötigen Schnickschnack…

Welche Daseinsberechtigung hat so eine HR bzw. Human Resources, oder wie man es früher schnöde nannte, "Personalabteilung", wenn die den ganzen Tag nur herumsitzen und den Finger nicht aus dem Wertesten kriegen?

Lesezeit ca: 3 Minuten

Hallo meine lieben Flauschies,
Wenn ich so über die nächsten Zeilen dieses Artikels nachdenke, dann fühle ich mich fast wie einer dieser Rentner, die den ganzen Tag am Zaun sitzen und sich über “diese Jugend” aufregen. Und überhaupt war früher alles besser…

Jedenfalls gab es früher noch so etwas wie Anstand; es herrschten Zucht und Ordnung. Na gut, letzteres zumindest in meinem Elternhaus. Aber früher war ein Wort zumindest noch etwas wert und auf Briefe wurde auch noch geantwortet. Oder sehe ich da etwas mit verklärten Augen durch die rosa Brille?

Worauf will ich hinaus? Ja, ich habe mal wieder etwas zu meckern und muss meinen Frust digital auskotzen!

Wenn du dich bei einer Firma bewirbst, dann sollte man davon ausgehen, dass man auch eine Antwort erhält – besonders, wenn es sich um eine ausgeschriebene Stelle und keine Initiativbewerbung handelt. Aber vermutlich erwarte ich da einfach zu viel. Es ist ja schon großes Kino, wenn man überhaupt eine Eingangsbestätigung bekommt…eine automatisierte wohlgemerkt. Wenn es nicht mal für einen Autoresponder reicht, was soll man dann schon von der Firma erwarten?

Wahrscheinlich werde ich jetzt etwas hart, aber was gesagt werden muss, muss raus…

Was machen die in der HR eigentlich den ganzen Tag!?!

Welche Daseinsberechtigung hat so eine HR bzw. Human Resources, oder wie man es früher schnöde nannte “Personalabteilung”, wenn die den ganzen Tag nur herumsitzen und den Finger nicht aus dem Wertesten kriegen? Was treibt so ein Personaler den ganzen Tag über? Angestrengt auf Urlaubspläne starren? Überstunden der Praktikanten nachzählen?

Wie gesagt, es ist ein Leichtes, eine automatisierte Eingangsbestätigung einzurichten – somit fühlt man sich zumindest etwas ernst genommen. Aber das kriegen schon mal die wenigsten potenziellen Arbeitgeber hin.

Aber was passiert, nachdem die Bewerbung angekommen ist? Wird die ausgedruckt und als Toilettenpapier an die Belegschaft verteilt? Anders kann ich mir nicht erklären, dass man dieser Tage noch nicht einmal mehr eine Antwort auf seine Bewerbung bekommt. Das, oder die schlichte Faulheit der dafür zuständigen Person; “Obacht, da bedroht mich jemand mit Arbeit während meines Mittagsschlafes”.

Es kann doch nicht sein, das von einem Bewerber eine am liebsten Fuß gekettelte Bewerbung auf mondscheingegerbter Froschhaut gefordert wird, der Personaler aber nicht einen Hauch von Anstand besitzt, auf eben diese zeitnah zu antworten.

Sicherlich verstehe ich, dass sich auf eine Anzeige hin, immer mehrere Bewerber melden, aber das ist kein Grund mit Ignoranz gestraft zu werden, zeigt es mir aber schon im Vorfeld überdeutlich welche Wertschätzung dort der “Menschlichen Resource” zugedacht wird. Am Arsch Freunde!

Wenn ich sechs, sieben, acht Wochen nachdem ich meine Bewerbung verschickt habe, dann eine dreizeilige Absage mit Standardtext bekomme – dann kann ICH mir damit den Arsch abwischen. Ein wenig mehr Mühe dürft ihr euch gerne geben – ich habe es auch getan. Wie lange dauert das Auswahlverfahren? Vorauswahl oder Recall? DAS wäre guter Stil und Information, die ich in einer Eingangsbestätigung, oder zwischendurch haben will.

Wer mir jetzt sagen will, “Dann ruf doch da mal an”, der kann mir gepflegt an die Füße fassen. Auch das habe ich schon mehrfach probiert, nur um unwirsch abgewiesen zu werden… Unliebsamer Bewerber ich….

Oh, ich bin noch nicht fertig!

Gelegentlich soll es ja sogar mal Positivbeispiele geben. Du bewirbst dich und schon am nächsten Tag bekommst du aus besagter Firma eine Rückmeldung; ein Telefonat folgt und schon sitzt du kurze Zeit später bei einem Bewerbungsgespräch. Die ganze Zeit wird dir erzählt wie toll du bist; dass man ja unbedingt mit dir arbeiten will. Es wird ein Probetag ausgemacht und auch die potenziellen Kollegen sind voll in Ordnung. Man macht einen Termin aus, um Nägel mit Köpfen zu machen – du gehst abermals hin…und wirst vertröstet…aber man will mit dir arbeiten; bespricht schon alles. Du denkst, es ist alles unter Dach und Fach, doch statt des geplanten Starts, bekommst du eine Woche später deine Absage.

DAS nenne ich mal verdammt schlechten Stil! Statt von vornherein mit offenen Karten zu spielen und zu sagen, “Du, das passt gerade nicht…”, wird man mit falschen Hoffnungen hingehalten. DAS macht man so nicht. Ich saß schon auf der anderen Seite des Tisches. Ich weiß wie man einen Bewerbungsprozess führen sollte und kann mir das vernichtende Urteil über den momentanen Arbeitsmarkt erlauben.

Menschen sind eine Resource und Wertschätzung ist völlig überbewertet. Gibt ja genug williges Pack, dass es mit sich machen lässt. Mich eingeschlossen…

Wie sind denn eure Erfahrungen bei der Arbeitssuche gewesen? Hat euch auch der Frust gepackt, oder lief gleich alles…..warm den Rücken hoch? Vielleicht liest das ja auch jemand, der selber Personalverantwortung hat und kann mich über die herrschende Praxis aufklären.

Bis bald,
Herzogin Mila von Sarkasmustan

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