Meine GaOP (Tag 3-5 Post OP)

Meine GaOP (Tag 3-5 Post OP)

Hallo da bin ich wieder…
und diesmal auch wieder mit Läppiusstattung. Das geht nicht von Heut auf Morgen, dass ich mich wieder traue etwas auf meinem Schoss abzustellen ^^
Die vergangenen Tage waren anstrengend, da kann ich nichts schönreden. Anstrengend, auszehrend, niederschlagend….und gleichzeitig total erfreulich! Denn ich bin fast am Ziel. Die Begleitumstände muss ich jetzt einfach noch ertragen, aber das ist alles absehbar.

Tag 3 Post OP (Donnerstag):
wr extrem aufregend für mich. Die vergangenen Tage hatte ich wie ein Schwein geblutet, es quoll aus jeder Ritze vom Verband und hat das UKE dutzende Unterlagen und Bettwäschewechsel gekostet. Wie erwähnt, hatte mich das echt total runtergezogen in meinem eigenen Saft zu liegen, nicht zu wissen was mit den Nähten ist; ob da was aufgegangen ist. Ich bin ein Hypochonder und mal mir immer sonst was für Horrorszenarien aus, auch wenn die Schwestern und Pfleger ihr bestes getan haben, um mich zu beruhigen, dass Blutungen in den ersten Tagen völlig normal sind. Sind sie rational betrachtet ja auch – bis man in der eigenen Suppe liegt…
DANN ist gar nichts mehr rational. Dann sitzt da nur noch die kleine Mila im Hinterkopf und hat den lieben langen Tag nichts anderes zu tun, als zu grübeln, denn viel mit Bewegung ist noch nicht, aus Angst jede kleine Bewegung würde die Nähte strapazieren.
Aus dem Bett geworfen wurde ich trotzdem einmal. Während ich auf meinen Termin zum ersten Verbandwechsel wartete wurde ich von einer weiteren Physiotherapeutin besucht, die mich auf Trapp halten sollte, während mein Bett neu bezogen wurde – und ich konnte kaum einen Schritt gehen ohne das Gefühl zu haben, das der Druckverband gleich einen Abflug macht. Wirklich sehr unangenehm. Blutdruckmäßig ging es mir soweit gut, aber wackelig war ich schon noch auf den Beinen. Besonders die Wadenmuskulatur zuckte noch immer unkontrolliert. Immerhin konnte ich noch eine weitere Rückenmassage abstauben bevor ich mich dann wieder in das frisch gemachte Bett legen dürfte um auf meine Abholung zu warten. Ausgepowert wie ich war, bin ich direkt wieder eingeschlafen und wurde erst wieder vom mittäglichen Essensdienst geweckt – ich hatte mir heute nur eine leichte Hühnersuppe geordert, da meine Verdauung noch nicht wieder angesprungen war und ich keinen zu großen Rückstau provozieren wollte. Tja, wie das so ist mit dem Glück – noch bevor mir der Teller vor die Nase gestellt werden konnte stand der Transportdienst in der Tür, um mich nach unten zu Fr. Doktor zu bringen
Mein Gott war ich aufgeregt. Innerlich. Äußerlich glich ich eher einem Opossum in Scheintotenstarre. Tatsächlich wurde in dem Moment aus der Aufregung so etwas ähnliches wie Angst. Was würde der Verband preisgeben? Was ist alles schiefgelaufen? In solchen Momenten verwünsche ich meinen elenden Pessimismus! Da muss ich unbedingt dran arbeiten…da ich ja bekannterweise eigentlich ein totales Glücksschwein bin.
Nunja, erst einmal wurde ich hinunter in die Urologie gerollert, wo ich auch noch einmal für etwa 10 Minuten im Gang geparkt wurde und den einen oder anderen Verwunderten Blick über mich ergehen ließ bis ich dann doch endlich in den entsprechenden Behandlungsraum gebracht wurde – Blick voran auf eine Monstrosität der Medizintechnik!
Ja, gesehen hatte ich so etwas schon einmal, aber die Aussicht selbst einmal „Kunde“ zu werden…der Gynstuhl!
Schon ehrfurchtgebietend beim ersten Mal 🙂
Jedenfalls wurde ich direkt vor dem Ding abgestellt und schon wenige Augenblicke später kam Fr. Doktor auch schon in den Raum spaziert – gut gelaunt und extremst nett. Das ist eine Facette meiner Operateurin die ich unbedingt noch einmal hervorheben möchte. Sie ist auch menschlich gesehen eine extrem sympathische Frau und nicht nur ein unnahbarer Halbgott in weiss.
Nun durfte ich mich aus dem Bett schälen und auf das „Monster“ steigen. Man bot mir zwar helfende Hände an, aber das wollte ich allein schaffen. War ganz schön anstrengend, aber zu machen. Tja…nun saß ich da…unwissend was passieren würde, aber die Ängste wurden mir schnell genommen, da wirklich jeder noch so kleine Handgriff kommentiert und erklärt wurde. Angefangen wurde mit der vorsichtigen Spreizung meiner Beine, um einen guten Blick auf das Schlachtfeld zu gewährleisten und dann gings auch schon an die Entfernung des Verbandes, der aber im Prinzip schon von alleine abfiel, da sämtliche Klebeflächen mit meinem Blut besudelt waren. Zum Glück habe ich das nicht gesehen, denn auch Fr. Riechards erster Kommentar war „Na das sieht ja wüst aus…“
WIE BITTE?! aber ihr beruhigendes Lächeln nahm dem Kommentar die Schärfe und schon fing sie an mich unten rum zu reinigen. Ganz vorsichtig, aber sorgfältig. Ein mehr als komisches Gefühl. Die Berührungen merkte ich zwar, aber alles noch sehr, sehr taub…irgendwie wie durch Watte, oder wie man durch einen Handschuh fühlt. Aber eventuell war das auch gut so, wer weiss wie unangenehm das sonst gewesen wäre – DREI Tage Post OP.
Nachdem sie fertig war meinte sie nur ich könnte jetzt gerne mal selber einen ersten Blick werfen – und bin promt in totale Freudentränen ausgebrochen. Ich wusste zwar was mich erwarten würde: ein BigMac oder eher ein Big Tasty, manche sprechen auch von einem überfahrenem Tintenfisch, aber es war garnicht so schlimm wie befürchtet. Es war eine Vagina die ich sah. MEINE Vagina. Grün, Blau und geschwollen…aber MEINE.
Nein, ich konnte nicht an mich halten. Die ganze Angst und Anspannung der letzten tage entlud sich und Fr. Doktor hat mir verständnisvoll den Arm gestreichelt WAR aber noch nicht fertig. Sie wollte auch den Platzhalter einmal reinigen….SCHLUCK! Und meinte auch es könnte etwas zwicken, als sie dann schon die Zange ansetzte und wie ein mann zog….PLOP!
IIIHK…ja das war jetzt wirklich ein seltsames Gefühl. Nicht direkt schmerzhaft, aber ungewohnt…unvergleichbar. Wüsste nicht womit ich das vergleichen sollte…mein Erfahrungsschatz gibt da einfach nichts her. Aber es fühlte sich befreiend an. Der Druck der die ganze Zeit UNBEWUSST dagewesen war, war plötzlich weg. In dem kurzen Moment fühlte sich da unten alles normal an…
Und Fr. Doktor war zufrieden, hatte allerdings den Platzhalter beim rausziehen zerstört und musste somit einen neuen „basteln“. Basteln deshalb, weil die üblichen Stents wegen Hygienemängeln vom markt genommen wurden und nicht mehr verwendet werden dürfen. Deshalb musste improvisiert werden…und wie -.-
Das Wiedereinführen ging ebenfalls relativ problemlos, obwohl DAS Gefühl NOCH fremdartiger war…aber jeder der schon einmal eine Weihnachtsgans gestopft hat, weiss wie ich mich in dem Moment gefühlt habe…genaugenommen noch fühle. Der nächste Verbandwechsel steht ja erst Montag wieder an.
Zum Abschluss wurde ich dann unten rum großflächig neu vertaped – ein schickes Kreuzmuster über meine Gluteae Maxima ^^
Als ich zurück auf mein Zimmer kam war ich so erleichtert, dass ich fast sofort weggeknackt bin und erst nachmittags für meinen Antibiosetropf geweckt wurde. Im selben Atemzug hat mir die Schwester freundlicherweise auch noch mal meine Suppe warm gemacht, die ich mittags ja nicht mehr geschafft hatte.
Zum Abend hatte ich noch ganz lieben Besuch vom Zimbelkrautzwerg, der ich natürlich meine totale Erleichterung und Freude beichten musste…und nebenbei die ersten selbstgebackenen Weihnachtskekse des Jahres abstauben konnte ^^
Die Blutung ist seitdem fast vollständig zum erliegen gekommen – ich suppe jetzt nur noch etwas rosafarbenes Wundsekret, welches aber nicht mehr aus allen eckken quillt, sondern sich vornehmlich zwischen meinen Pobacken sammelt und dort von einer extra dicken Binde in meinem sexy Netzhöschen aufgefangen wird….dort wo die Suddelei eben passiert 😀

Tag 4 Post OP (Freitag):
war gesundheitlich unspektakulär. 3 Mal Antibiosetropf wie jeden Tag. Temperatur bestens. Blutdruck ebenso.
Nur die Nacht war furchtbar. Ich hatte 2 Alpträume nacheinander, obwohl ich zwischendurch aufgewacht und sogar aufgestanden war. Aber so richtig fiese Dinger! Einen Alptraum hat man ja öfter mal und bei mir ist es meistens so, dass ich dann sogar weiss, dass ich Träume und mich dann sogar richtig auf den Traum einlassen kann, als ob es sich um einen Film handeln würde…und manchmal sogar Spaß habe…
Aber die beiden Alpträume waren anders. Entschieden anders. Solche Träume habe ich noch niemals zuvor gehabt.
Ich will jetzt auch gar nicht mit spirituellem Mumpitz kommen, dafür bin ich ein zu rationeller Mensch, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Energien die sich in so einem Krankenhaus sammeln nicht doch Einfluss auf uns nehmen können. Vielleicht habe ich zu viele schlechte Filme gesehen, aber ganz leugnen will ich die Möglichkeit nicht, dass es DOCH etwas gibt, was wir nicht sehen und begreifen können…und das dieses [nach Religion oder Glaubenssatz bitte Wunschwort eintragen] in dieser Nacht bei mir war…
Denn eigentlich dachte ich zu wissen wie mein Hirn tickt…meistens jedenfalls….und diese Träume waren son anders als alles was ich je geträumt habe und an roher Brutalität kaum zu überbieten. Ich gehe nicht darauf ein WAS mein Hirn ersonnen hat….ZWEI mal in einer Nacht, aber es war erschütternd. Und ich war eiskalt und schweiss gebadet. Wenn ich jetzt Leser verliere so sei es…ich kann nur sagen: Bitte nie wieder.
Bevor jetzt fragen kommen – ich nehme nur Novalgintabletten 500gr zur Nacht…sonst nichts….
Dafür war der Tag umso schöner, da ich von mehreren lieben Menschen besucht wurde und mal wieder ein Häkchen auf meiner FB-Freunde-Persönlich-Treffen-Liste abhaken konnte. Freundlicherweise haben mir die beiden auch ein Begleitheft zur Ausstellung „Max ist Marie ist mein Kind“ mitgebracht – hat mich sehr gefreut 🙂
Abnds hatte ich dann noch ganz überraschenden Besuch. Nachdem ich glaubte jetzt allein auf Station zu sein, fragte mich abends ein Pfleger ob ich Lust auf Gesellschaft hätte. Im Nachbarzimmer wäre jemand der sich langweilt und sich unterhalten möchte. KLARO! 🙂 kann gern rüberkommen.
Nachdem die Botschaft überbracht wurde stand die Gute kaum zehn Minuten später bei mir im Zimmer – was für eine Liebe und mir besonders sympathisch, da ich mal wieder auf Mitte 20 geschätzt wurde ^^ Leider wird sie auch schon in Kürze entlassen, so dass ich wohl tatsächlich allein bin, sobald ich mobil werde…

Tag 5 Post OP (Samstag/Heute):
Die Nacht heute war wieder unschön, aber ich habe zum Glück nicht geträumt – bin nur um 4 Uhr patschnass aufgewacht und habe erst mal nach frischer Bettwäsche geklingelt, um mir keinen aufzusacken…da war ich letzte Nacht schon töricht genug.
Gesundheitlich war der Tag unspektakulär, mit der kleinen Ausnahme, das seit heute die Nähte unangenehm werden. Während ich gestern noch gerade stehen konnte ziept es heute ganz schön. Ein gutes Zeichen? Vergeht die Taubheit da unten? Jedenfalls bin ich heute das erste Mal nicht drum rum gekommen nach einem etwas kräftigeren Schmerzmittel zu fragen, da ich heute wieder Familienbesuch auf dem Plan hatte und gerne ein wenig spazieren wollte. Weiterhin ribbelt sich der Verband durch das Schwitzen an den Beinen auf worauf es sich anfühlt, als ob ich mir einen ganz fiesen Wolf gelaufen hätte, aber das liess sich mit einer Kompresse die ich am Bein unter den Druckverband geschoben habe ganz gut beseitigen.
Sonst war heut lecker Tortentime mit Family und dem LaMa…und so ein Nespressokaffe aus der Thermoskanne ist dem Zeug hier ja wohl haushoch überlegen ^^
Ansonsten habe ich jetzt mit Hilfe meinen Laptop so verkabelt, dass er sich relativ problemlos für mich verstauen lässt, weshalb ich auch gerade diese Zeilen schreibe.
Was die Nacht bringt werde ich sehen…oder hoffentlich auch nicht…

Am Montag steht der nächste Verbandswechsel an…wenn ich die Ruhe habe, werde ich berichten. Bis dahin habe ich euch alle Lieb. Das Leben ist schön…

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Über uns Mila

Admina und Herrin dieser Seite, 34 jährige Hobbyfotografin...Möchtegernmodel...und ganz bewanderte Küchenfee. Meisterin des Wortes und allgemein recht pflegeleicht.

4 Kommentare

  1. Victoria Hofbauer

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und Liebe für dein neues Leben. LG Victoria

  2. Michelle Marie

    Wünsche dir alles Gute und genieße dich und deinen !! Körper

  3. Wenn erstmal alles verheilt ist, sind bestimmt alle Strapazen wie vergessen! Ich wünsche Dir alles Liebe und schicke Dir viele gute Gedanken! Du bist einen großen Schritt auf Dich selbst zugegangen und nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt, so schön 🙂

    LG Kathi

    • Danke…ich freue mich sehr über alle lieben worte der letzten tage. Es geht mir den umständen entsprechend gut…bin auch seit fast einer woche zuhause…
      Leider hab ich das Schreiben seit dem etwas schleiffen lassen, aber so fit mich stundenlang an den pc zu setzen bin ich noch nicht (trotz sitzring).
      Mein laptop ist out of order und ich habe nicht die kraft das ding neu aufzusetzen…
      In diesem sinne kurier ich mich noch etwas und lasse eich demnächst an meinem neuen leben teilhaben 🙂

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