Faun

Faun Konzert in der Laeiszhalle (Hamburg 10.03.2020)

...die diesjährige Tour meiner liebsten Mittelalterband stand ganz im Zeichen von "Märchen & Mythen".

Lesezeit ca: 4 Minuten

Hallo meine lieben Flauschies,

es war Montag Abend, der 10.03.2020, an einem wunderbaren Örtchen mitten in Hamburg, als ich nach viel zu langer Abstinenz endlich wieder Faun hören und sehen durfte. Und es war wieder ein Erlebnis. Hätte das Konzert nur eine Woche später stattgefunden, dann wäre es Corona bedingt ins Wasser gefallen, aber so hatte ich das Glück und konnte mir meine diesjährige Dosis Faun abholen.

Faun? Wer ist Faun?

Faun ist meine Lieblingsmittelalter-Band – wobei der Ausdruck “Mittelalterband”, der Sache nicht ansatzweise gerecht wird. So lasset mich einen Moment ausholen…

Faun ist eine Band, die nach eigenem Verständnis “Pagan Folk” macht und sich dabei zu einem großen Teil auf überliefertes Liedgut aus aller Herren (meist nordischer) Länder verlässt. Dieses lassen sie in einer ganz eigenen Interpretation wieder aufleben. Dabei kommen natürlich auch die Instrumente vergangener Zeiten zum Einsatz – von der Drehleier, Nyckelharpa bis zum Vorläufer der Gitarre – der Mandora. Natürlich werden auch verschiedene Trommeln und Percussions genutzt. Was dann aber doch etwas besonders ist, sind die gelegentlich eingesetzten Synthisounds und Drum Machines.

Aus diesem Grund kann man Faun auch nicht wirklich in eine Schublade stecken. Das eine Lied ist in altgermanisch und das nächste in einem spanischen Dialekt gesungen. Das eine Lied ist eine Ballade, dann kommt ein beschwingtes Tanzlied und danach kann man über 5 Minuten in Trance fallen, nur um sich dann wieder in einem Irish Pub zu wähnen. Abwechslung wird GROSS geschrieben.

Zugegeben, Faun war früher etwas experimenteller als heute, aber sie verstehen es, wie kaum eine andere Band, einen mit ihren Songs in eine andere Zeit zu entführen. Zwar gab es auch musikalische Ausrutscher, wie das furchtbare “Von den Elben” Album und eine Zusammenarbeit mit Santiano…aber aus den Fehlern der Vergangenheit haben sie gelernt und haben jetzt zu einem Stil gefunden, der zwar größtenteils deutsche Texte enthält, aber wieder genug Faun enthält, um auch langjährige Fans zu begeistern – wie mich.

Ich habe Faun vor etwa 10 Jahren das erste Mal gehört – auf einer Zillo Beilagen CD. “2 Falken” war mein erster Kontakt mit Faun und eigentlich der total verkehrte, da dieser Song mit seinen elektronischen Beats eigentlich sehr untypisch und unmittelalterlich daherkommt. Aber der Song war auch so anders,als das übliche Radiogedudel, dass ich recherchierte, wer hinter diesem Song steckte. So bin ich dann bei der mir bis dahin weitgehend unbekannten Mittelaltermusik gelandet und hängen geblieben.

Das erste Mal live gesehen, habe ich sie noch im selben Jahr, als ich nur wegen Faun mein erstes MPS – Mittelalterliches Phantasie Spectaculum – besuchte. Es sollte nicht mein letztes Mal gewesen sein ^^

Macht euch doch selbst ein Bild 🙂

Das neueste Album heißt “Märchen & Mythen” und will eben diese in einem neuen Blickwinkel abseits der gezuckerten Disney Versionen darstellen, was größtenteils auch super gelingt…bis auf eine gruselige Version von “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”. Zum Glück haben sie DAS beim Konzert weggelassen und sich instrumentalisch wieder an der Frühzeit ihres Schaffens orientiert. Pagan geht es eben dieser Tage hauptsächlich auf der Bühne zu. Dabei gefällt mir besonders Hagazussa besonders gut, gefolgt von Seeman, welches eine grandiose Instrumentalpassage hat..

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Mein erstes Faun Album war “Totem” und wird somit immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Nicht nur wegen des zauberhaften “Tinta” oder dem bereits erwähnten “2Falken”, sondern weil ich durch dieses Album überhaupt erst auf die Mittelalterschiene gekommen bin. Damals waren Faun noch etwas…roher? Nicht ganz so “mainstreamig”. Ich liebe es…

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Das Konzert


Das Konzert war wie gesagt großartig. Die Laiezhalle ist ein wunderschönes barockes Konzerthaus. Man fühlt sich schon beim Betreten in eine andere Zeit versetzt….fast ^^

Hier handelte es sich um ein bestuhltes Konzert, was zuerst etwas irritieren mag, aber glaubt mir, man bleibt bestimmt nicht den ganzen Abend sitzen. Oliver S.Tyr, so der Name des Frontmannes bringt das Publikum mit Charme, Witz und erstklassigen Saitenspiel noch jedes Mal zum rasen. Aber natürlich ist der Mann nicht allein. Unterstütz wird er von zwei bezaubernden Sängerinnen – Fiona und Laura – dem Drehleier Spezi Stephan, dem Zauberkastengenie Niel und dem Haudrauf für alle Arten von Trommeln, Ruediger.

Aber da Musik allein nicht alles ist, hatten sie als Special Guest den Glaskugel Jongleuer Kelvin Kalvus da, den manch einer vielleicht aus “Deutschland sucht das Supertalent” kennt ^^

Musikalisch war der Abend einfach super. Die Akustik war nicht die allerbeste, aber die Setlist war super und auch die eher schmalzigeren Titel des jüngeren Schaffens wurden im Faun typischen Paganstil auf die Bühne gezaubert.

Insgesamt waren die Faune etwa 2 Stunden auf der Bühne und haben sich erst nach 2…oder waren es 3?…Zugaben verabschiedet. Leider musste Corona bedingt die Autogrammstunde ausfallen…diese hätte ich gerne genutzt.

Kennt ihr Faun, oder was haltet ihr generell von Mittelaltermusik? Lasst mir doch gerne einen Kommentar da 🙂

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